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Aachen: Unicef Arbeitsgruppe Aachen organisiert Ausstellung

Aachen : Unicef Arbeitsgruppe Aachen organisiert Ausstellung

158 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten, weil ihre Familien sonst nicht überleben können. Eine große Zahl dieser Kinder schuften unter ausbeuterischen Bedingungen weit mehr als zehn Stunden am Tag in Plantagen oder Steinbrüchen. Die Zeit, eine Schule zu besuchen, bleibt den Kindern nicht.

Mit der Veranstaltungsreihe „Stoppt Ausbeutung” will die Unicef das Ausmaß und die Brutalität von Kinderarbeit einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. In diesen Rahmen gehört auch „Kleine Hände - krummer Rücken”, eine von der Unicef Arbeitsgruppe Aachen organisierten Ausstellung in den Räumlichkeiten der Commerzbank in der Theaterstraße.

„Mit dieser Ausstellung wollen wir den Millionen ausgebeuteten Kindern ein Gesicht geben”, erklärt Christiane Raumanns, die Sprecherin der Arbeitsgruppe.

Eröffnet wurde die Ausstellung von AZ-Redakteur Manfred Kutsch, seiner Frau Silke Fock-Kutsch und einer 4. Klasse der Grundschule Annastraße. Im Unterricht hat Christina Raumanns die Viertklässler auf das Thema vorbereitet, ihnen einen Film gezeigt und viele Fragen beantwortet.

„Es ist immer sehr schwer, eine Nähe herzustellen zwischen den beiden Welten, in denen diese Kinder leben”, sagt Raumanns. Aus diesem Grund sei sie besonders froh über die Unterstützung des Ehepaares Kutsch, das den Schülern und Gästen bei der Ausstellungseröffnung von Kinderarbeit in Brasilien, Sierra Leone und Kambodscha berichten konnten.

„Einträgliches” Geschäft

„Wir haben auf unseren Projektreisen viele Kinder kennengelernt, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen. Die Kinder hier in Aachen möchten wir heute mit Gleichaltrigen aus Asien, Lateinamerika und Afrika bekanntmachen”, erklärte Manfred Kutsch, bevor er große Farbfotos zeigt, auf denen etwa die elfjährige Tha zu sehen ist. Jeden Tag schleppt das Mädchen bis zu dreißig Kilo Gemüse über die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha.

Ein einträgliches Geschäft für den Arbeitgeber, weil auf von Kindern mitgeführten Gütern keine Steuern erhoben werden. Wie hart der achtjährige Jeova in einem Steinbruch in Brasilien tagtäglich schuften muss, können die Schüler der Annaschule sogar noch ein bisschen besser nachvollziehen.

Denn neben einem Foto zeigt Manfred Kutsch ihnen auch noch den Hammer und die Lederschlaufe, mit denen der kleine Junge früher täglich unzählige Backsteine zertrümmern musste. „Gerade durch solche Fotos und authentische Berichte kann man den Kindern die für sie unvorstellbaren Zustände erfahrbar machen”, betont Christiane Raumanns. „Die Kinder erheben ihre Stimme gegen Kinderarbeit, das ist eine sehr wichtige Sache.”