Aachen: Uni-Cup: Reichlich Action auf dem Eis, Party auf den Rängen

Aachen: Uni-Cup: Reichlich Action auf dem Eis, Party auf den Rängen

Wie in einem brodelnden Hexenkessel ging es Donnerstagabend in der Tivoli-Eissporthalle zu: Mit lauten Fangesängen, schwenkenden Fahnen, riesigen Transparenten und ausgefeilten Choreografien feuerten 3000 Studierenden ihre Fachschaften an und unterstützen sie, wo sie nur konnten.

Selbst gebastelte Kostüme und professionelle Darbietungen der Cheerleader machten den Eishockey-Uni-Cup (EUC) auch optisch zu einem Highlight. Das Kultevent der Hochschule überhaupt, wie es RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg formulierte, bot den Studierenden und allen anderen Zuschauern ein spektakuläres Programm.

Dieses eiskalte Event elektrisiert die Massen: Beim traditionellen Eishockey-Uni-Cup der Hochschule herrschte beste Stimmung auf den Rängen. Dazu gab es spektakuläre Choreografien und — natürlich — spannende Kämpfe auf dem Eis um den Puck. Foto: Ralf Roeger

Studenten campieren für Tickets

Die Begeisterung für den EUC ist traditionell riesig. Die Tickets waren auch in diesem Jahr so gefragt, dass die meisten Fans vor den Vorverkaufsstellen der Fachschaften campiert hatten, um an eine Karte zu kommen. Organisiert wurde das Event vom Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen (HSZ). Dennoch ging es am Donnerstagabend nicht ausschließlich um sportlichen Wettbewerb. „Der Sport bildet den Rahmen für ein außergewöhnliches Event, bei dem nicht bloß der Wettkampf im Vordergrund steht, sondern die Idee der gelebten Hochschule“, sagte Peter Lynen, Leiter des HSZ.

Eröffnet wurde der Abend in der Eissporthalle mit dem Spiel der „Aachen Ice Emperors“, dem Eishockey-Team von RWTH und FH Aachen, gegen die diesjährige Gastmannschaft der Universität Ulm. Beide Teams demonstrierten ihr Können am Puck und die Gastgeber konnten nach einer spannenden Partie den Sieg für sich verbuchen.

Nicht weniger spannend, jedoch mit spürbar weniger sportlicher Erfahrung ging es im Anschluss bei den Teams der drei Fachschaften Maschinenbau (Aachen Steelers), Elektrotechnik (ET-Lions) und Medizin (Medical Strikers) auf dem Eis zu. Das Besondere beim Uni-Cup: Die Teams bestehen nicht aus versierten Eishockey-Cracks, sondern aus Spielern, die nur wenige Male für diesen Wettbewerb trainiert haben. Zudem tragen sie nicht das üblichen Eishockey-Dress, sondern ausgefallene und selbstgestaltete Kostüme.

Den Teams gehören sowohl Männer als auch Frauen an und neben den Studierenden messen sich traditionell auch Professoren-Teams der Fachschaften auf der kalten Spielfläche. Zwischen den Partien zeigten Cheerleader-Gruppen der einzelnen Fachschaften eigens für den Uni-Cup einstudierte Choreografien. Der beste Auftritt wurde auch in diesem Jahr mit dem FuFAH-Ehrenpreis geehrt. Die Cheerleader der Fachschaft Maschinenbau dürfen als Sieger dieser Wertung bei der Hochschulsportshow im kommenden Jahr noch einmal ihre Darbietung präsentieren.

Begeisterte Blaumänner

Nach dem Erfolg der Medical Strikers, die im vorherigen Jahr die Aachen Steelers in einem knappen Spiel besiegten, konnten sich die Maschinenbauer in diesem Jahr mit einem deutlichen Vorsprung den Pokal zurückholen. Der Jubel im Block der in Blaumännern gekleideten Fans war entsprechend groß. Bei der anschließenden Siegerehrung und After-Show-Party in der Diskothek Starfish kamen dann schließlich alle auf ihre Kosten — fachschaftsübergreifend wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Ebenfalls Grund zur Freude hatte auch „Right to Play“ — eine Organisation, die Kindern, die von Krieg, Krankheit und Armut bedroht sind, einen Zugang zum Sport ermöglicht.

Bereits zum zehnten Mal ging ein Teil der Einnahmen an die Organisation in den Niederlanden. Als zweite Organisation erhielt „Aachener Hände“, ein Patenprojekt für junge Flüchtlinge, ebenfalls einen Teil der Erlöse. Ermöglicht werden die Spenden durch die Unterstützung der Sponsoren ThyssenKrupp sowie der Aseag. Dank ihrer Mithilfe konnten Teilnehmer und Gäste des EUC auch in diesem Jahr ein unbeschwertes Sportfest feiern und dabei gleichzeitig Gutes tun. Was darüber hinaus bleibt, ist jetzt schon die Freude auf den Uni-Cup 2016. Vielleicht ergattern dann ja diejenigen ein Ticket, die diesmal leer ausgegangen sind.

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