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Ladies in Black: Ungewollte Spannung bei den Sponsoren

Ladies in Black : Ungewollte Spannung bei den Sponsoren

Der PTSV-Vorstand hat die Unterstützer der Ladies in Black über die Situation in der Hallenfrage informiert. Auch eine einjährige Pause oder eine Rückstufung in die 2. Liga wurden diskutiert.

Mit einem eher süß-sauren Lächeln begrüßte Frank Schidlowski, 1. Vorsitzender des PTSV, eine besondere Gruppe von Gästen in der Halle Neuköllner Straße. Wo sonst in einem Nebenraum die Tischtennisbälle hin und her fliegen, bestimmten diesmal eher die Emotionen den Gang der Dinge. Und emotional war der Moment allemal, als der Vorsitzende und sein Stellvertreter An-
dre Schnitker die Sponsoren da­rüber informierten, wie der Stand der Dinge in Sachen Hallennutzung ist: „Es könnte ja sonst langweilig bei uns werden ...“

Wohl keine Halle

Wie berichtet, steht den Erstligavolleyballerinnen für die kommende Saison keine Halle für die Heimspiele zur Verfügung, das marode Dach muss saniert werden. Und das dauert 13 Monate, verbunden mit möglichen großen finanziellen Belastungen für die Spielbetriebs GmbH, in der die Volleyballerinnen zu Hause sind.

Die Vereinsführung hat verschiedene Modelle diskutiert, um eventuell einen Ausweichort in Aachen zu finden, was aber nicht nur an den hohen Auflagen der Deutschen Volleyballliga scheitert. Seit Jahren spielen die Ladies wegen der zu geringen Deckenhöhe in der Neuköllner Straße mit einer Ausnahmegenehmigung. Ein Modell mit sehr geringer Genehmigungsperspektive. Jetzt hat die Hallenfrage, wie berichtet, eine ganz neue Eigendynamik bekommen.

Rückstufung kein Thema

„Wir haben auch eine einjährige Pause oder eine Rückstufung in die 2. Liga diskutiert“, stellte der Vorsitzende den Sponsorenvertretern die Überlegungen dar. Aber das würde die in den letzten Jahren aufgebauten Strukturen zum Einbrechen bringen. Ein wohl irreparabler Schaden.

Zum Europapokalspiel am Mittwoch gegen Beziers VB aus Frankreich hatte eine Gruppe von Fans Aufkleber und ein großes Banner gefertigt, das sie auf der Sitzplatztribüne ausbreitete und das einen durchaus vielsagenden Slogan transportierte: „Eine Halle für Aachen“. Genau diese Aussage war auch beim Sponsorenempfang ein Schwerpunkt der Diskussion.

Marco Sievert beispielweise ist seit vielen Jahren Sponsor der Ladies und sorgt mit seiner Veranstaltungsfirma für die Technik bei den Spielen. „Die Situation ist doch für alle ein Problem. Es geht nicht nur um die Volleyballerinnen“, meinte der Sponsor in emotionalem Ton, und speziell zu den Ladies: „Man hat die Ladies im Regen stehen lassen. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.“

In diesem Sinne musste sich auch Frank Schidlowski Luft verschaffen: „Ich finde es sehr befremdlich, dass seitens der Stadt noch niemand offiziell mit mir gesprochen hat. Wie sähe es wohl aus, wenn im Stadttheater der Regen durchs Dach tropfen würde ...“ In diesen Kontext passt auch die Sicht Andre Schnitkers auf das Problem. Es gehe um viel mehr als um die aktuellen Hallenprobleme der Ladies. Es gehe um den Stellenwert des Sports in Aachen und um dessen gesellschaftliche Aufgabe: „Wie kann es sein, dass die modernste große Sporthalle in dieser Stadt über 40 Jahre alt ist? Wo hat der Sport in Aachen seine Lobby?“

Damit sprach er offensichtlich zahlreichen Sponsoren aus der Seele. Sebastian Albert hat von Berufs wegen regen Kontakt zu dieser Gruppe. Der Mann ist seit drei Wochen neuer Geschäftsführer der GmbH und quasi vom Regen in die Traufe gekommen, denn er muss an der Zukunft mit zahlreichen Unbekannten basteln. Daher ist er froh über ein klärendes Gespräch, das für kommenden Dienstag im Aachener Rathaus mit Verwaltungsspitze, Fachverwaltung, Politik, PTSV-Verantwortlichen und einer Gruppe der größten Sponsoren angesetzt ist. „Ich begrüße es, dass die Politik uns eingeladen hat, denn ich suche stets den gemeinsamen Weg.“

Sebastian Albert setzt auf das Gespräch am kommenden Dienstag. Dann will er den Sponsoren ein Angebot offerieren.
Sebastian Albert setzt auf das Gespräch am kommenden Dienstag. Dann will er den Sponsoren ein Angebot offerieren. Foto: Andreas Steindl

Was bei dieser Besprechung herauskommt, ist derzeit noch völlig offen. In ersten Gesprächen hat Sebastian Albert bei den Sponsoren Wohlwollen festgestellt. Die halten sich aber mit konkreten Aussagen zurück, bis genauere Parameter feststehen. „Wir müssen den Dienstag abwarten. Aber unser grundsätzliches Bekenntnis zu den Ladies steht. Für uns wäre es eine Herzenssache, dass sie weiter in Aachen spielen“, meint Eva Wußing, Sprecherin von Regionetz/Stawag. Und auch Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen, betont: „Die Ladies sind gute Botschafter und Werbeträger der Stadt. Wir unterstützen sie seit zwölf Jahren, und man muss alles tun, um sie in der Stadt zu halten.“ Aber auch er will den Dienstag abwarten.

„Dem Kreis der Sponsoren ist sehr daran gelegen, gemeinsam mit Stadt, Städteregion und dem Verein eine tragfähige Lösung für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs der Ladies zu finden. Klar ist aber auch, dass die damit verbundenen Kosten nicht noch zusätzlich durch die Sponsoren getragen werden können“, spricht Marc Hallaschka, Leiter des Vertriebsmanagements und Marketings der Aachener Bank, Klartext.

„Schwierige Situation“

Von einer „schwierigen Situation für die Ladies in Black“ spricht Erich Timmermanns, Pressesprecher und Direktor Werbung und Öffentlichkeit der Sparkasse. Er sagt aber auch: „Wir werden das Team hier im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.“ Wie der PTSV befinden sich auch die Sponsoren in einer Hängepartie. Sebastian Albert hofft, zwei bis drei Wochen nach dem Gespräch diese Partie mit neuen Offerten zugunsten der Ladies entscheiden zu können.