Aachen: Ungewollte Handy-Abos: Vertipper kann teuer werden

Aachen: Ungewollte Handy-Abos: Vertipper kann teuer werden

Einmal aus Versehen auf das falsche Werbebanner gedrückt und schon ist es passiert — auf der Handyrechnung erscheint monatlich ein Zusatzbetrag für ein Abo.

Zum Weltverbrauchertag informierte die Verbraucherzentrale Aachen über ungewollte Abos — und was man dagegen tun kann.

Das Abschließen von ungewollten Abos über Apps passiert schnell und fällt oft zunächst nicht auf, da viele Verbraucher ihre Rechnungen nicht kontrollieren. Normalerweise sollte beim Klick auf ein Werbebanner auf dem Smartphone ein Bestell-Button erscheinen, der darauf hinweist, dass man ein Abo zahlungspflichtig bestellen kann. Dann sollte das Einverständnis eingefordert werden und eine Widerrufsbelehrung erscheinen.

Am besten eine Sperre einrichten

Im Falle dieser ungewollten Abos passiert das jedoch nicht. Diese werden über das sogenannte „WAP-Billing“ abgerechnet — eine mobile Bezahlfunktion, für die nur die Mobilfunknummer gebraucht wird. Im WLAN funktioniert diese Bezahlfunktion nicht. Da die fälligen Beträge über die normale Mobilfunkrechnung abgerechnet werden, fällt vielen Verbrauchern das Abo erst auf, wenn die Handyrechnung viel höher ist. Deshalb sollten Verbraucher ihre Handyrechnung regelmäßig überprüfen.

Jutta Reimnitz, Leiterin der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Aachen, hat ein weiteres Anliegen: „Unser Appell ist, dass man eine Drittanbietersperre einrichtet, wenn man deren Dienste nicht nutzen will.“ Mit dieser Sperre wird die Handynummer für die Abbuchung von Diensten von Drittanbietern gesperrt. Die Drittanbietersperre kann zum Beispiel online, per E-Mail, oder im Geschäft abgeschlossen werden. „Wichtig ist, dass man die Bestätigung über die Sperre schriftlich vorliegen hat, falls es doch Probleme geben sollte“, erklärte Reimnitz. Welche Drittanbieter in der Sperre eingeschlossen sind, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, bei manchen kann der Kunde wählen, welche Drittanbieter er sperren möchte.

Die Drittanbietersperre hilft jedoch nur für die Zukunft — bereits abgeschlossene Abos müssen gestoppt werden. Hierzu muss zuerst der Abo-Betreiber gefunden werden. Dies kann telefonisch oder per E-Mail über den in der Rechnung aufgeführten Kontakt passieren.

Anschließend sollte der Betroffene das Abo bei der Abrechnungsfirma oder dem Abo-Betreiber deaktivieren. Die Rechnung kann beim Abo-Betreiber beanstandet und das Geld zurückgefordert werden. Sollte der Abo-Betreiber der Aufforderung nicht nachkommen, kann der Verbraucher die Rechnung bei dem Mobilfunkunternehmen beanstanden und den Betrag zurückfordern.

Weitere Informationen und Hilfen für Betroffene gibt es in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale, AachenMünchener Platz 6, und unter www.verbraucherzentrale.nrw.de/smartphoneabzocke.