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Aachen: Ungewisse Zukunft für Gemeindezentrum Maria im Tann

Aachen : Ungewisse Zukunft für Gemeindezentrum Maria im Tann

Die Zukunft des Gemeindezentrums Maria im Tann im Preuswald ist derzeit noch ungewiss. Der Grund: Es fehlt — wie so oft — das Geld. Denn seit 2015 entfallen Zuschüsse des Bistums aus Kirchensteuermitteln zur Instandsetzung und Unterhaltung des Gemeindezentrums.

Doch es gibt einen Lichtblick: Verantwortliche der Gemeinde und der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Aachen-West sind intensiv auf der Suche nach einer Lösung.

Thomas Kreft, Sprecher des Gemeindeausschusses Maria im Tann, nennt einige wesentliche Bestandteile, die die pastorale Arbeit im Quartier ausmachen: „Da ist natürlich zum einen unser Sonntagsgottesdienst, unser Wochengottesdienst findet donnerstags statt. Zusätzlich veranstalten wir monatlich eine Wort-Gottes-Feier, ein Seniorencafé, ein allgemeines Kirchencafé und eine ‚Kirche für Kinder‘ während der Predigt des Gottesdienstes.“

Darüber hinaus gehört zur Gemeinde Maria im Tann auch die Teiloffene Tür (TOT), die „einzige Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Preuswald“, wie Pfarrer Andreas Mauritz erzählt. „Hier werden regelmäßig 25 Kinder betreut, an vier Tagen in der Woche“, berichtet der Geistliche weiter.

„Im Viertel bleiben“

Doch wie geht es für diese und andere Angebote angesichts der finanziell klammen Lage nun weiter? Eines steht für die Verantwortlichen fest: „Wir wollen hier im Viertel bleiben“, bekräftigt Mauritz. Die beteiligten Personen erhoffen sich nun durch die öffentliche Bekanntmachung der Situation, das Interesse von Investoren zu wecken.

Eine gemeinsame Nutzung des Gemeindezentrums sei etwa eine denkbare Variante. Sollte das nicht funktionieren, wäre auch das Ausweichen auf andere Räumlichkeiten vorstellbar. Im Kirchenvorstand wurde für diesen Fall festgelegt, dass „mindestens 250 Quadratmeter gebraucht werden“, erklärt Mauritz. Ohne die TOT wohlgemerkt.

Jugendarbeit nicht vernachlässigen

Die Jugendarbeit wolle man jedoch keineswegs vernachlässigen, betont Niklas Kutsch, Vorsitzender des Rates der GdG Aachen-West: „Birgitt Valk von der TOT berichtete uns, dass die Kinder hier im Viertel teils verwahrlosen. Deshalb ist die Einrichtung ein wichtiger Teil unserer pastoralen Arbeit im Preuswald.“

Da für die Jugendarbeit jedoch eigentlich die Stadt zuständig sei, sei man bereits mit dieser im Gespräch, so Pfarrer Mauritz. Für November sei etwa ein Gespräch mit dem Jugendamt anberaumt.

In diesem Frühjahr fand die Gemeindeversammlung mit 60 anwesenden Mitgliedern statt. Hannes Peters, Pastoralreferent der GdG Aachen-West, beschreibt die Stimmung der Bewohner folgendermaßen: „Die Leute haben — unabhängig davon, ob sie den Gottesdienst besuchen oder nicht — das Bedürfnis, dass die Kirche in der Gemeinde vor Ort durch ihre Arbeit sichtbar ist.“ Angesichts der finanziellen Schieflage fügt er jedoch mit Blick auf das Gemeindezentrum an: „Die Schuhe, in denen wir laufen, sind zu groß geworden.“

Verzagt sind sie im Preuswald aber deshalb noch lange nicht. Selbst wenn man das Gebäude aufgeben müsste, wäre dies kein Weltuntergang. „Auch mit etwas Neuem sind schließlich immer Chancen verbunden“, gibt sich Pfarrer Mauritz optimistisch. 2015 und 2017 hat es bereits jeweils ein Zukunftsforum mit Verantwortlichen aus der Gemeinde gegeben. Die internen Überlegungen, wie es mit Maria im Tann weitergeht, werden in jedem Fall fortgesetzt.