Aachen: Unermüdlich im Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft

Aachen : Unermüdlich im Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft

Ein bisschen feuchte Augen konnte Angelika Ivens nicht vermeiden. Verständlich, wenn die französische Botschafterin aus Berlin, Anne-Marie Descôtes, einem den Ordre national du Mérite (den nationalen Verdienstorden Frankreichs) verleiht.

Für ihre herausragende Arbeit für die deutsch-französischen Beziehungen bekam die in Birgden im Kreis Heinsberg geborene Angelika Ivens den blau-emaillierten Stern aus Silber ans Revers geheftet.

Ivens ist in Aachen vielen Bürgern bekannt. Sie studierte an der RWTH Aachen Anglistik, Romanistik und Niederlandistik. Im Anschluss promovierte sie über die französische Schriftstellerin Marguerite Yourcenar. Im weiteren Verlauf ihres ereignisreichen Lebens arbeitete und wirkte Ivens an verschiedenen Stellen: Von 1983 bis 1993 führte sie Besucher durch den Aachener Dom, 1998 bis 2012 forschte sie an der altokzitanischen Literatur. Seit 1999 arbeitet sie als Projektleiterin bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Eine besondere Ehrung wurde ihr 2015 zuteil, als sie Dr. Wolf Steinsieck, Honorarkonsul der Französischen Republik a.D., als Honorarkonsulin nachfolgte.

Seit 2005 ist Ivens Geschäftsführerin des Institut Français. In dieser Funktion dürfte sie vielen in Aachen ein Begriff sein, denn das verhältnismäßig kleine Team des Instituts an der Theaterstraße veranstaltet jedes Jahr rund 80 Kulturveranstaltungen, begleitet rund 1000 Sprachschüler in diversen Sprachkursen und nimmt ebenfalls im Rahmen des Zertifizierungsprogramm DELF rund 1000 Prüfungen ab.

Ivens hatte immer wieder, wie sie betont, die Möglichkeit, in ihrem Arbeitsumfeld für die deutsch-französischen Beziehungen zu arbeiten. Dabei ist ihr ein Betätigungsfeld besonders wichtig: die Arbeit mit jungen Menschen. Auch wenn es manchmal anders erscheine, gebe es nicht so viele Schülerinnen und Schüler, die sich aktiv für das Nachbarland interessieren und Französisch (in Deutschland) oder Deutsch (in Frankreich) in der Schule lernen. Dabei sei beides wichtig — sowohl für die eigene berufliche Zukunft als auch für die Länder untereinander.

Nach der Rede und der Verleihung des Ordens durch Botschafterin Descôtes war Ivens sichtlich gerührt. Sie dankte all den Menschen, die diesen Tag überhaupt möglich gemacht hätten, denn ohne ein großes Netzwerk, zu dem sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Partner gehören, sei die Arbeit kaum zu leisten. Einen ganz besonderen Dank richtete Ivens an ihre Mitarbeiter. „Sie sind alle sehr engagiert“, lobte sie, „sie zeigen, dass wir mit wenig Mitteln und wenig Personal viel schaffen.“

Die unermüdliche Arbeit für die deutsch-französische Freundschaft möchte Ivens nach der Verleihung des Ordens aber auf keinen Fall aufgeben. Eher sieht sie sich nun verpflichtet, noch mehr für diese so wertvolle Freundschaft zu tun. Das Institut français soll ein Anlaufpunkt für Kultur, für in Aachen und Umgebung lebende Deutsche und Franzosen und natürlich viele junge Menschen bleiben, die sich für die französische Sprache begeistern können.