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Altbekanntes Muster: Und wieder knallt es mitten in der Nacht – diesmal in Oberforstbach

Altbekanntes Muster : Und wieder knallt es mitten in der Nacht – diesmal in Oberforstbach

Unbekannte Täter haben am Donnerstag einen Geldautomaten im Aachener Süden gesprengt. Es war nicht die einzige derartige Tat in dieser Nacht in NRW. Doch der Polizei gelang auch ein Erfolg.

Und wieder das altbekannte Muster: Anwohner im südlichen Aachener Stadtteil Oberforstbach wurden am Donnerstagmorgen gegen 3.15 Uhr von einem lauten Knall erschreckt.

Ehe die alarmierte Polizei am betroffenen Bankinstitut an der Oberforstbacher Straße eintreffen konnte, waren die Täter – zwei vermutlich männliche Personen – bereits in einem dunklen Audi geflüchtet. Zurück blieb der zerstörte Geldautomat im ebenfalls völlig verwüsteten Vorraum der Bank. Die Statik des Gebäudes ist nach ersten Erkenntnissen jedoch nicht beschädigt.

Ob es weitere Tatbeteiligte gab und ob sie mit Beute entkommen konnten, war gegen 7 Uhr noch unklar, teilte die Leitstelle der Polizei mit. Der Einsatz läuft derzeit noch, die Spurensicherung ist vor Ort und ermittelt.

 Die betroffene Bankfiliale in Oberforstbach.
Die betroffene Bankfiliale in Oberforstbach. Foto: dmp press/Ralf Roeger

Erst am Montagmorgen wurde ein Geldautomat in Monschau-Kalterherberg gesprengt. Am 2. Mai musste die Polizei bereits einmal nach Oberforstbach ausrücken: Dort hatten in aller Frühe Personen versucht, den nun gesprengten Geldautomaten zu manipulieren. Damals gab es jedoch keine Hinweise auf den Einsatz von Sprengstoff. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist derzeit unbekannt.

Der Vorfall in Oberforstbach war nicht der einzige Angriff auf einen Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen in der Nacht zum Donnerstag. Auch in Rödinghausen im Kreis Herford sprengten unbekannte Täter einen Geldautomaten und beschädigten das Bankgebäude erheblich. Es habe gleich mehrere Detonationen gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Ob das Gebäude einsturzgefährdet ist, war zunächst unklar.

Unterdessen nahm die niederländische Polizei am Donnerstag zwei Männer aus dem Raum Enschede fest, die Geldautomaten-Sprengern in mindestens 17 Fällen ein Auto vermietet haben sollen. Die Täter verübten dann unter anderem Sprengungen in Gelsenkirchen, Dortmund und Wesel, aber auch in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Sie erbeuteten knapp eine Million Euro und verursachten Schäden in Höhe von knapp zwei Millionen Euro. Im Zusammenhang mit dem Fall seien am Donnerstag auch fünf Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte in Gronau und in Enschede durchsucht worden, teilte das Bundeskriminalamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Die Fallzahlen von Geldautomatensprengungen hätten 2021 auf einem ähnlichen Niveau wie 2020 gelegen, so das BKA. Ein Schwerpunkt der Taten lag demnach in Nordrhein-Westfalen, aber auch die Länder Niedersachsen und Hessen waren überdurchschnittlich oft betroffen. Ab dem letzten Quartal 2021 beobachtete das BKA einen erneuten Anstieg der Fallzahlen. „Dieser Trend setzt sich – ebenso wie die vermehrte Verwendung von Explosivstoffen – bislang auch im Jahr 2022 fort.“

Wir berichten aktuell weiter.

(cheb/dpa)