Aachen: Und im Kombi fährt die Dusche mit

Aachen: Und im Kombi fährt die Dusche mit

„Hoffentlich bricht nicht der Auspuff ab”, macht sich Andreas Hauser Sorgen, dass sein Gefährt „eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt” nicht bestehen könnte. Sein Gefährt ist ein VW LT, Baujahr 1991, 70 PS und hat schon 250.000 Kilometer auf dem Buckel. Eigentlich ein klarer Fall für die Abwrackprämie.

Oder aber für die Allgäu-Orient-Rallye. Das dachten sich auch Andreas Freunde Cord-Philipp Winter, Kevin Podratz und Gregor Klimek. Die vier haben sich zum Team „Crazymove” zusammengefunden und sind eines von zwei Aachener Teams, die die etwa 6000 Kilometer lange Fahrt von Oberstaufen im Allgäu über Istanbul nach Amman in Jordanien bis 12. Mai auf sich nehmen werden.

Neben dem VW LT pilotiert die Gruppe auch noch einen VW Passat mit immerhin 75 PS. Und warum macht man sowas? „Der Spaß steht sicherlich im Vordergrund”, erklärt Janko Kukolja vom Team „Aixpedition Orient”. „Und natürlich der gute Zweck”, ergänzen seine Teamkollegen Sven Schumacher, Benjamin Thees, Jonas Scholz und Timo Neise.

Auf dem Weg nach Jordanien gibt es außerdem verschiedene Aufgaben zu erfüllen, zum Beispiel einen Baum pflanzen oder aber Spielzeug an hilfsbedürftige Kinder verteilen.

Nicht weniger als 88 Teams mit rund 250 Autos sind für die zehntägige Rallye gemeldet. Die Autos werden aber nicht wieder zurück nach Deutschland kommen. Vielmehr werden sie am Ziel versteigert und der Erlös kommt dann dem „World Food Programme” der Vereinten Nationen zugute. Mit dem Geld wird eine Käserei im jordanischen Dorf Al Rabiat gebaut.

Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg. Die Vorbereitungen begannen teilweise schon im September letzten Jahres. Zunächst mussten passende Autos gefunden werden. Denn nur Fahrzeuge, die mindestens 20 Jahre alt oder höchstens noch 2000 Euro wert sind, dürfen an den Start gehen. Danach mussten sie „rennfit” gemacht werden.

Das Team „Aixpedition Orient” hat sogar eine druckluftbetriebene Dusche in ihren Opel Kombi eingebaut. Überhaupt scheint man gut gerüstet zu sein für die Tour: die Nächte hofft man bei gastfreundlichen Einheimischen verbringen zu können.

Da man nach den Rennregeln pro Nacht und Mann nicht mehr als 10 Euro ausgeben darf, hat man reichlich Aachener Printen im Gepäck, um die Gastgeber zu beschenken. Am 12. Mai werden die neun Aachener Starter dann offiziell als Staatsgäste vom jordanischen Königshaus empfangen - wenn denn der Auspuff hält.