Umwandlung des Ascheplatzes in Richterich verzögert sich

Diskussion im Sportausschuss : Rhenania muss weiter auf Kunstrasenplatz warten

Nein, nein, die Linke möchte natürlich nicht alle bestehenden Aachener Fußballplätze in Naturrasen umwandeln. Das hat Linken-Vertreter Eduard Hilgert in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses klargestellt. Rhenania Richterich muss dennoch weiter auf ihren Kunstrasenplatz warten.

Ein entsprechender Antrag der Linken hatte im Vorfeld für Verwirrung gesorgt. Die Verwaltung möge wegen der schlechten Ökobilanz der Kunstrasenplätze und des Mikroplastiks, das von den Plätzen in die Umwelt gespült wird, prüfen, ob eine Umwandlung der Plätze in Naturrasen in Aachen möglich sei, stand darin. „Damit haben wir offenbar den Eindruck erweckt, dass jeder Platz in Naturrasen umgewandelt werden soll“, erläuterte Hilgert in der Sitzung. Das sei jedoch falsch, gemeint waren lediglich die Aschenplätze, die künftig in Kunstrasen umgewandelt werden sollen.

Diese Klarstellung sorgte zwar für Erleichterung bei den Ausschussmitgliedern, allein ein Stopp des Kunstrasenprogramms bedeutet auch dies nicht. „Die Inanspruchnahme unserer Sportplätze wächst weiter“, sagte Sportdezernentin Susanne Schwier, „immer mehr Kinder nutzen unsere Plätze, was sehr gut ist.“ Eine Umwandlung von Aschenplätzen in Naturrasen statt in Kunstrasen sei wegen der geringeren Nutzungsmöglichkeiten und des erhöhten Pflegeaufwands deshalb nicht darstellbar, bestätigte sie die Vorlage der Verwaltung. Der Sportausschuss stimmte schließlich gegen eine flächendeckende Umwandlung, sogar die Linke enthielt sich.

Gleichwohl sprach sich der Ausschuss dafür aus, bei künftigen Umwandlungen oder Sanierungen die Verfüllung der Kunstrasenplätze mit einem Kork/Sand-Gemisch statt des bislang üblichen Kunststoffgranulats zu prüfen, was die Belastung der Umwelt durch Mikroplastik vermindern würde.

Doch egal ob Kork oder Kunststoff, die bereits beschlossene Umwandlung des Tennenplatzes in Richterich, die eigentlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollte, verzögert sich weiter. Daran konnte auch der Sportausschuss nichts ändern, obwohl vor allem der FDP-Vertreter Harald Nadzeyka die Verwaltung aufforderte, „in Richterich bitte mehr Tempo zu machen“.

„Der Beschluss steht, die Finanzierung steht“, bestätigte auch der Ausschussvorsitzende Jonas Paul (Grüne). Weil aber der entsprechende Mitarbeiter im Umweltamt, der die Ausschreibung, das Vergabeverfahren und dann die Aufsicht bei der Umsetzung der Maßnahme veranlassen und begleiten sollte, vor ungefähr zwei Monaten in Rente gegangen ist, könne die Umwandlung derzeit noch nicht realisiert werden, begründete Susanne Schwier die Verzögerung mit dem Fachkräftemangel, unter dem auch die Stadtverwaltung zu leiden habe. Eine erste Bewerbungsphase habe sogar schon stattgefunden, informierte Sportamtsleiterin Petra Prömpeler, ein geeigneter Bewerber sei dabei aber nicht gefunden worden. Nun laufe eine zweite Bewerbungsrunde.

Die Situation in Richterich fasste Sportdezernentin Susanne Schwier als „sehr bedauerlich“ zusammen und wandte sich damit direkt an den Vorsitzenden der Rhenania, Dieter Arns, der der Ausschusssitzung als Besucher beiwohnte. Getröstet haben ihn diese Worte allerdings nicht. „Wir haben jüngst unsere Mitgliedsbeiträge erhöht, um unseren Eigenanteil tragen zu können“, sagte Arns nach der Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung. „Jetzt fragen mich natürlich die Mitglieder, warum sie eigentlich mehr zahlen, sich aber auf dem Platz nichts tut.“ Derweil laufen dem Verein, laut Arns, vor allem jugendliche Mitglieder weg.

Dieter Arns ist enttäuscht. „Man weiß doch, wann ein Mitarbeiter in Rente geht“, wirft er der Verwaltung vor und kann sich dabei der Unterstützung der Richtericher Bezirksvertreter sicher sein, denn die hatten schon bei ihrem Beschluss, den Tennenplatz umzuwandeln, im vergangenen Februar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Stadt ausreichende personelle Ressourcen in der Verwaltung sicherstellen solle, damit das Projekt noch 2019 abgeschlossen werden könne. Denn schon in der Vorlage für die Bezirksvertretung war darauf hingewiesen worden, dass der für die Umwandlung von Sportplätzen zuständige Mitarbeiter im Fachbereich Umwelt bald ausscheiden werde.

Vergeblich. Nun geht das städtische Presseamt auf Nachfrage davon aus, dass „die Maßnahme vermutlich erst 2020 umgesetzt werden kann“.