Haaren: „Umgestaltung der Ortsmitte Haaren“: Große Hausaufgaben für 15 Jahre

Haaren: „Umgestaltung der Ortsmitte Haaren“: Große Hausaufgaben für 15 Jahre

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In diesem Fall sind es besonders lange Schatten, denn die Ereignisse werden über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren abgearbeitet und tragen den Titel: „Umgestaltung der Ortsmitte Haaren“. Wer sich im nordöstlichen Stadtteil von Aachen etwas auskennt, dem wird schnell klar, dass dabei vorsichtig agiert werden muss.

Die Topographie, die Verkehrssituation und die bautechnischen Gegebenheiten ermöglichen kein freies Planen und erst recht kein freies Arbeiten. Deshalb geht die Verwaltung den Weg des sogenannten Werkstattverfahrens, bei dem gleich drei Büros in die Planung einbezogen sind und ihre Ideen einbringen können. Um alle Beteiligten, vor allem die in Haaren lebenden Menschen von Beginn an mitzunehmen, fand nun in der Grundschule Am Haarbach eine erste Zwischenpräsentation statt.

Annika Kubbiluhn vom städtischen Planungsamt stellte das Vorgehen dar. Foto: Andreas Steindl

Die Aula der Schule war rappelvoll, als Annika Kubbiluhn vom Planungsamt den Abend mit der Darstellung der Vorgehensweise der Verantwortlichen eröffnete. Ein ganzes Paket von Maßnahmen steht demzufolge in der Zukunft ins Haarener Haus, deren zeitliche Umsetzung immer auch davon abhängt, wann und unter welchen Voraussetzungen bestimmte Fördergelder genehmigt werden und eintreffen.

Es geht im Einzelnen um drei Bereiche, die im Fokus der Planungsbüros stehen und deren Umgestaltung im besten Fall zu einer Verknüpfung der Wege im Ort führen soll, vor allem für Fußgänger und Radfahrer. Am Ortseingang, von Aachen aus gesehen, liegt — heute noch verborgen — der Bereich, in dem die Wurm offen fließt und den alle Beteiligten gerne zum Naherholungsgebiet aufwerten möchten. Der Marktplatz und der Bereich rund um St. Germanus sind zwei weitere wichtige Punkte des Ortes, die umgestaltet werden sollen. Dabei sind in allen Entwürfen Fuß- und Radwege geplant, auf denen man unkompliziert und vom Durchgangsverkehr weitgehend unberührt durch den Ort kommt.

Am Markt selber schielen alle Entwürfe auf die teilweise Offenlegung beziehungsweise Sichtbarmachung des Haarbaches, der unterirdisch fließt und im weiteren Verlauf in die Wurm mündet. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu steigern, dem Wochenmarkt ein passendes Ambiente zu bieten, aber auch Einzelhandel und Parkplatzsuchende zu berücksichtigen. Hört sich an wie die Quadratur des Kreises, ist es auch.

Die Gegebenheiten im Umfeld der Kirche St. Germanus sind da einfacher zu händeln, die Planer möchten den Platz luftiger und heller gestalten und Möglichkeiten für kleine Flohmärkte oder ähnliche Veranstaltungen schaffen. Rita Klösges vom Presseamt der Stadt Aachen legte aber großen Wert auf die Tatsache, dass es sich bei den vorgestellten Plänen um Denkanstöße handele. „Dies ist keine finale Planung, wir sind alle im ständigen Austausch. Die Planer wollen aufzeigen, was an diesen Stellen möglich ist“, schilderte sie die Idee für den Abend.

Dass das Thema die Bewohner interessiert, wurde später deutlich, als die Planungsbüros an die Stellwände baten, auf denen Pläne und Animationen ausgestellt waren. Die Diskussionen waren lebhaft, „von geht gar nicht“ bis „super“ war alles dabei. Aber die Menschen sollten eingebunden werden, deshalb hatten alle drei Büros den Zuhörern die Möglichkeit gegeben, mittels Karten ihre eigenen Ideen und Vorstellungen auf Pinnwände zu kleben. Diese Anregungen werden die Planer für ihre weitere Arbeit mitnehmen und gegebenenfalls umsetzen. Weitere Informations- und Mitspracheabende werden folgen.

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