Umbaupläne fürs Neue Kurhaus in Aachen gehen in eine neue Phase

Neues Kurhaus : Jetzt geht es um die Verteilung der Räume

Seit Monaten herrscht Stillstand am Neuen Kurhaus, doch Ende Januar sollen die Planungen für die Sanierung und den Umbau des denkmalgeschützten Baus wieder verstärkt vorangetrieben werden. Das Fernziel lautet nunmehr, die in die Jahre gekommene Immobilie im Frühjahr 2023 dem Eurogress zur weiteren Nutzung übergeben zu können.

So geht es aus der groben Terminplanung hervor, die die Verwaltung am Mittwoch den Politikern im Hauptausschuss vorgelegt hat. Deutlich wurde in der Sitzung zugleich, dass die politischen Positionen zu dem millionenschweren Umbauvorhaben unverändert hart aufeinander treffen. Grüne und Piraten sprechen nach wie vor von einer Fehlentscheidung und einer Fehlinvestition. Michael Rau, Grüne, fürchtet, dass das Eurogress als künftiger alleiniger Nutzer des Neuen Kurhauses „die teuersten Büros, die die Verwaltung jemals hatte,“ beziehen wird.

Von solch plakativen Sprüchen wollten die Vertreter von CDU, SPD und Linken freilich nichts hören. Mehrheitlich begrüßten sie den nunmehr erarbeiteten Vorschlag, der aus Sicht von SPD-Sprecher Boris Linden zu einem Mehrwert für die Stadt, zu einer besseren Auslastung des Eurogress’ und zu einer flexibleren Nutzung der Räume in den benachbarten Häusern führen wird.

Das Erdgeschoss soll demnach künftig für Tagungen und Kongresse genutzt werden. Im Obergeschoss sollen Büroräume geschaffen werden, die nach jetzigem Stand komplett dem Eurogress zugeschlagen werden sollen. Ob der Raumbedarf tatsächlich so groß ist, will sich die CDU allerdings nochmals genauer darlegen lassen. So ist auch die Rede davon, einzelne Räume möglicherweise noch an externe Dritte vermieten zu können. Die Verwaltung hält dies eher nicht mehr für umsetzbar, zumal das Eurogress in Zukunft auch bis zu 45 Beschäftigte haben wird, statt bisher 35. Der Platzbedarf werde damit deutlich wachsen.

Die alten Büroräume im Eurogress könnten mit dem Umzug ins Neue Kurhaus geräumt und zu bislang fehlenden Künstlergarderoben umgebaut werden, empfiehlt die Verwaltung. Strittig ist aber auch das. Das Eurogress habe 30 Jahre lang ohne Künstlergarderoben funktioniert, sagen die Grünen. Aber auch Harald Baal hat auf Seiten der CDU seine Zweifel, dass eine 380 Quadratmeter große Fläche nur für Garderoben benötigt wird.

Baubeginn ab Herbst 2020

Weiterhin völlig unklar ist zudem, wie das Untergeschoss im Neuen Kurhaus künftig genutzt werden soll: Diskothek? Musikclub? Kleinkunstbühne? Denkbar ist bekanntlich auch, die Räume den Nutzern der Klangbrücke zu überlassen. Margrethe Schmeer (CDU) drängte darauf, möglichst bald die „generelle Richtung“ festzulegen.

Ob dies schon bis Juni gelingen kann, ist noch offen. Bis dahin will die Verwaltung jedoch ihre „vertiefte Kostenschätzung“ und erste Entwurfsplanung vorlegen. Ende des Jahres soll dann der Baubeschluss gefasst werden, mit dem Baubeginn könne ab Herbst 2020 gerechnet werden, zweieinhalb Jahre später ist dann die Inbetriebnahme geplant. Bislang werden die Umbaukosten auf 40 bis 50 Millionen Euro geschätzt, es ist damit eine der größten Einzelinvestitionen, die die Stadt je getätigt hat.

Mehr von Aachener Zeitung