Aachen: Umbau für 2,6 Millionen Euro: Neue Kita soll ins alte Hauptschul-Gebäude

Aachen : Umbau für 2,6 Millionen Euro: Neue Kita soll ins alte Hauptschul-Gebäude

Wo einst Englisch und Mathe gepaukt wurden, sollen schon bald Kleinkinder mit Stofftieren und Bauklötzen spielen — und zwar dauerhaft. In der ehemaligen Klaus-Hemmerle-Schule an der Franzstraße soll eine neue Kita entstehen.

Bis zu fünf Kindergartengruppen könnten — nach entsprechenden Umbaumaßnahmen — in dem Gebäudeteil der früheren Hauptschule neben der Turnhalle Platz finden, heißt es in einer entsprechenden Vorlage der Verwaltung. Den offiziellen Durchführungsbeschluss soll am Dienstag der Kinder- und Jugendausschuss fassen.

Lautes Kleinkinderlachen hat man in der Franzstraße in den vergangenen Jahren immer wieder gehört. Nachdem die Hauptschule im Sommer 2013 endgültig geschlossen worden war, hatten städtische Kitas das Gebäude als Ausweichquartier genutzt, wenn in ihrem eigentlichen Domizil aufwendige Sanierungsarbeiten anstanden.

Nachdem das Gebäude in der Vergangenheit auch vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war, beherbergt es aktuell nur noch die städtische Musikschule, deren Haus am Blücherplatz zurzeit renoviert wird. Diese vorübergehende Nutzung wird in den nächsten Monaten enden, teilt das Presseamt auf Anfrage mit.

Das muss es auch. Denn das Gebäudemanagement soll „zeitnah“ mit dem Umbau beauftragt werden, damit der neue Kita-Standort voraussichtlich im Sommer 2020 in Betrieb genommen werden kann. Für die Umbaumaßnahme rechnet die Stadt mit Kosten von insgesamt rund 2,6 Millionen Euro.

Hohe Betreuungsquote

Die Franzstraße liegt im sogenannten Sozialraum 1, der das Stadtzentrum und die Soers umfasst. Hinsichtlich der Versorgungsquote bei der Kinderbetreuung weist dieses Gebiet laut Verwaltung „grundsätzlich bereits einen guten Wert aus“. Im Kita-Jahr 2018/19 verfügt es im U3-Bereich über eine Quote von rund 50 Prozent, im Ü3-Bereich sind es knapp 103 Prozent und liegt damit über den Zielmarken, die sich die Stadt selbst gesteckt hat. Allerdings sei der Bedarf nach Kitaplätzen im Innenstadtbereich anhaltend hoch, legt die Verwaltung dar. Zudem gebe es „überschüssige Nachfragen aus anderen Sozialräumen“.

Der neue Kita-Standort am Marschiertor soll auch an der städtischen Kita am Boxgraben für Entlastung sorgen. Die Räume der zweigruppigen Einrichtung entsprechen nicht den Anforderungen des Landschaftsverbands Rheinland und können durch Umbaumaßnahmen auch nicht angepasst werden. Vor diesem Hintergrund sei „perspektivisch eine Schließung der Kita Boxgraben mit anschließender Verlagerung des Personals und der Kinder“ an die Franzstraße zu prüfen.

Während neben der alten Turnhalle nach aktuellem Stand in zwei Jahren wieder Kinder spielen sollen, wird die angrenzende Fläche der alten Schule Wohnungen beherbergen. Die Stadt hatte den Rest des Gebäudes an einen Investor verkauft. Den entsprechenden Realisierungswettbewerb gewann das Aachener Architektenbüro Kada Wittfeld.

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