Aachen: Umbau des Zentrums für Soziale Arbeit Burtscheid erfolgreich beendet

Aachen: Umbau des Zentrums für Soziale Arbeit Burtscheid erfolgreich beendet

Frank Hendriks, Pfarrer von St. Gregor zu Burtscheid, versprengt reichlich Weihwasser, Martin Obrikat, Pfarrer der Auferstehungskirche, spricht den Segen — einvernehmlich ökumenisch übergeben die beiden Kirchenmänner das neue Café des Zentrums für Soziale Arbeit Burtscheid (ZfSA) seiner Bestimmung.

Die Räume sind neu, doch das Anliegen ist gleich: Das ZfSA will Eltern des hauseigenen Familienzentrums, aber auch der benachbarten Grundschule, Mitarbeitern und Nachbarn einen Raum für Aufenthalt, Kennenlernen und Gespräch bieten. Dafür gibt es von 9 bis 18 Uhr Kaffee und Kaltgetränke und ein Mittagessen. „Jetzt ist das Café leichter zu finden, bisher war es doch immer sehr versteckt“, sagt Günter Kriescher vom Leitungsteam des ZfSA.

Insgesamt hat der Umbau des ZfSA am Standort Branderhofer Weg ein Dreivierteljahr gedauert und gut 450.000 Euro gekostet. Dafür wurde der Kindergarten erweitert, die Verwaltung und das Café bekamen neue Räume. Die Erweiterung im U3-Bereich wurde mit 58.000 Euro Landesmitteln bezuschusst, 160.000 Euro eigene Mittel — zum Teil aus Spenden — brachte das Kinder- und Jugendheim für den Umbau selbst auf.

Nötig wurde der Umzug zwar ursprünglich durch die Erweiterung des Kindergartens um eine weitere Gruppe. Doch mit den Baumaßnahmen im Verwaltungstrakt des ZfSA entstanden in den Köpfen der Verantwortlichen des Hauses auch neue Ideen: „Die verschiedenen Gruppen des Hauses werden immer mal wieder Aktionen planen. Damit können wir das Café noch attraktiver machen, und unsere Kinder und Jugendlichen können ihre Gruppenkasse aufbessern“, nennt Kriescher eine davon.

Auch in der Sorge um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge soll das Café eine Rolle spielen. Bisher betreut das ZfSA diese jungen Menschen vor allem im Wohnbereich — mit begrenzter Kapazität. Das Café soll bereits in den nächsten Wochen eine Anlaufstelle für alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in der Stadt werden. „Wartezeiten vor Behördengängen können sie hier überbrücken und müssen nicht stundenlang auf dem Flur des Jugendamtes herumhängen“, gibt Kriescher ein Bespiel. Ehrenamtliche betreuen sie im Café und geben auch erste Informationen — möglichst in der Landessprache der Flüchtlinge. Außerdem soll Deutschunterricht angeboten werden.

Dabei belässt es das ZfSA allerdings nicht. Seit Eröffnung des Cafés hängt vor dem Haus im Branderhofer Weg 14 ein Plakat, mit dem sich die Einrichtung für ein dauerhaftes Bleiberecht für diese Flüchtlingsgruppe ausspricht. Und im Eingangsbereich findet sich — trotz evangelischer Trägerschaft des Hauses — ein Symbol, das alle fünf Weltreligionen einbezieht. Quasi als Ausdruck des überarbeiteten Leitbildes: „Wir sind alle gleich, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens.“

Das Café, Branderhofer Weg 14, ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Mittagessen gibt es zwischen 12 und 13.30 Uhr für 3,50 bis 4 Euro.