Aachen: Überflutete Kita sieht wieder Land

Aachen : Überflutete Kita sieht wieder Land

Es war ein Drama. Eine Katastrophe, die nach dem Regen den Verantwortlichen die Tränen in die Augen spülte. Das Unwetter hatte vergangenen Donnerstag 45 Kinder buchstäblich aus ihrer Kindertagesstätte gespült.

Denn in der integrativen Einrichtung des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM) in der Talbotstraße stand knietief das Wasser. Und das war voller Fäkalien. Die Kita ist seitdem nicht mehr zu nutzen, Kinder, Eltern und Erzieher standen zum Ferienende quasi vor dem Nichts.

Doch nun hat Einrichtungsleiterin Nathalie Weber gute Nachrichten. Nachdem in den vergangenen Tagen eine Notgruppe für 25 Kinder im Martin-Luther-Haus untergekommen war, zieht die Einrichtung bereits in der nächsten Woche um. Am Donnerstag wurde verhandelt, Freitag ein Umzug vom Landschaftsverband genehmigt. „Wir werden uns zumindest ein schönes Provisorium aufbauen”, berichtet Weber.

Ab der übernächsten Woche sollen dann alle Kinder - 15 mit einem Handicap - die neue Kita in der Krantzstraße besuchen. Auf dem Gelände der ehemaligen Firma Krantz wurde eine Etage eines Bürogebäudes angemietet. Für mindestens sechs Monate. „Das Wichtigste ist, dass wir für die Kinder und ihre Eltern eine neue Kita aufbauen könen, damit deren Leben geregelt weitergehen kann”, sagt Weber. „Wir geben uns alle Mühe, dass es so schön wie möglich wird.”

Ob Mobiliar aus der Talbot-straße umziehen kann, ist noch nicht geklärt. Weber und ihr Team wartet noch auf ein chemisches Gutachten zur Verschmutzung der alten Heimat. Erst dann kann abgesehen werden, ob die alten Möbel oder auch das hölzerne Spielschiff aus dem Foyer in den Sperrmüll fliegen müssen oder wieder genutzt werden können. Dann lässt sich auch der Schaden, den das Unwetter allein in der integrativen Kindertagesstätte verursacht hatte, beziffern.

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