Aachen: U3-Betreuung: Umfrage soll neue Erkenntnisse liefern

Aachen: U3-Betreuung: Umfrage soll neue Erkenntnisse liefern

Die Turbulenzen sind größer denn je. Die städtischen Planungen, Kindergartenplätze für Unterdreijährige zu schaffen, werden in diesen Tagen heftig diskutiert.

Auch oder gerade weil sie erst einmal zu Lasten der Überdreijährigen gehen. Die große Frage, die nicht nur die Stadt Aachen beschäftigt, bleibt dabei die, wie viele Plätze für die Kleinsten überhaupt her müssen, wenn 2013 der Rechtsanspruch für diese Kinder geltend wird.

Reichen 30 Prozent? Sind es die zunächst prognostizierten 35? Oder sind es deutlich mehr. Für die mittel- bis langfristige Planung erfährt der städtische Fachbereich Kinder, Jugend, Schule nun unerwartete Unterstützung.

Sie ist Teil einer großen Umfrage der Technischen Universität Dortmund, des Forschungsverbunds Deutsches Jugendinstitut/TU Dortmund der des Organisationsberatungsinstituts Thüringen in Jena. Mit einem Anschreiben der Aachener Fachbereichsleiterin Elke Münich haben in diesen Tagen rund 3000 Aachener Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Fragebogen dieser Forschungsgemeinschaft erhalten, in dem sie zur Betreuungssituation ihres Kindes befragt werden.

„Die Stadt plant, zukünftig für Kinder unter drei Jahren mehr Plätze in Kindertageseinrichtungen oder bei Tagesmüttern zur Verfügung zu stellen. Wir als Kommune wissen jedoch nicht, wie viele Eltern sich überhaupt ein solches Betreuungsangebot wünschen und wie dieses Angebot dann aussehen mag”, heißt es in dem Anschreiben. Eine eigene Erhebung würde die Stadt wiederum viel Geld kosten. Insofern kommt die Umfrage sehr gelegen.

Die Stadt musste nur die Anschriften liefern, Anonymität und die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes würden aber ausdrücklich gewahrt. „Das ist für uns sehr interessant. Wir freuen uns, dass wir mittelfristig Ergebnisse bekommen und nichts dafür tun müssen und vor allem keine Kosten entstehen”, erklärt Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. Versprochen ist dafür eine Auswertung speziell für Aachen.

In dem Fragebogen wird die aktuelle Situation des Kindes abgefragt, die Form der Betreuung, die Stundenzahl, die gewünschte tägliche Betreuungszeit. 16 Punkte umfasst das Schreiben, sie ergeben Daten, in dieser Form der Stadt bislang nicht vorliegen beziehungsweise nicht entsprechend ausgewertet werden können.

„So ist es möglich, den Betreuungsbedarf für Aachen genau zu ermitteln”, schreibt Münich. „Wir sind froh, dass wir an dieser bundesweiten Geschichte teilhaben”, sagt Gürtler.

Mehr von Aachener Zeitung