Job-Speed-Dating: Turbo-Tempo im Tivoli

Job-Speed-Dating : Turbo-Tempo im Tivoli

„Hier bekommt man die Chance, mit seiner Persönlichkeit zu überzeugen“, sagt Franz Essing, einer der Teilnehmer beim diesjährigen Job-Speed-Dating in der Tivoli Business Lounge in Aachen. Im Zehn-Minuten-Takt werden am Freitag an zahlreichen Tischen Bewerbungsgespräche geführt, und solch ein kompaktes Angebot bekomme man selten.

Allein in Aachen nahmen 56 Firmen am Speed-Dating teil, rund 450 Bewerber nutzten die Gelegenheit, mit möglichen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. „Ich liebe diese Atmosphäre hier“, sagt Franz Essing mit Blick auf das rege Treiben in der Business Lounge. Und er ist schon nach den ersten Gesprächen zuversichtlich, dass es etwas werden könnte mit einer festen Anstellung. Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern.

Zum vierten Mal haben das Jobcenter Städteregion Aachen und der TÜV Nord Bildung dieses Treffen zwischen Arbeitgebern und Bewerbern organisiert. Das Format hat sich laut Bernd Schwarze, Jobcenter Städteregion Aachen, bewährt. Auch wenn der Organisationsaufwand erheblich sei, lohne es die Mühe auf jeden Fall, meinen alle Beteiligten.

Schon im Vorfeld sorgten die Organisatoren dafür, dass Bewerber und Firmen bestmöglich zusammenpassen, und bevor es dann richtig losging, wurden die Bewerber intensiv auf das Treffen vorbereitet. „Wir sind ganz individuell auf die einzelnen Personen zu gegangen und haben sie in Einzelcoachings und Workshops auf das Treffen vorbereitet“, sagt Ute Felix vom TÜV Nord Bildung, Bildungszentrum Aachen.

Gut gerüstet

Und so gerüstet können sie dann beim Speed-Dating in Kontakt mit vielen Arbeitgebern kommen. Auch in Alsdorf und Stolberg hat es solche Angebote gegeben. „Und in Alsdorf ist schon nach 20 Minuten der erste Arbeitsvertrag zustande gekommen“, sagt Schwarze.

Insgesamt gingen an den drei Standorten über 600 Bewerber an den Start. Rund 120 Firmen standen für Bewerbungsgespräche zur Verfügung. Und egal ob Akademiker oder Helfer: Laut Bernd Schwarze ist auch in Aachen für jeden ein möglicher Arbeitsplatz dabei. Beim letzten Speed-Dating vor drei Jahren konnte laut Jobcenter fast ein Viertel der teilnehmenden Bewerberinnen und Bewerber in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt werden.

Großer Aufwand

Und auch wenn der organisatorische Aufwand erheblich ist, machen solche Ergebnisse Mut, sagen alle Beteiligten. Franz Essing jedenfalls ist begeistert. Er hat früher als Verkäufer und auch schon mal als Lagerist gearbeitet, ist aber nun schon sehr lange arbeitslos. Trotzdem gibt er die Hoffnung nicht auf. „Ich würde mich auch verändern“, sagt er und kann sich entsprechend vorstellen, auch als Rezeptionist zu arbeiten. Die Gespräche beim Speed-Dating haben ihm Mut gemacht. Er habe Einladungen bekommen, um die ein oder andere Firma besser kennenzulernen, sagt er und das lasse ihn hoffen.

Sieben Anstellungen

Gabriele Steffens, Bereichsleiterin TÜV Nord Bildung, Bereich Aachen, wird das freuen. „Allein in Alsdorf ist es bereits zu sieben Festanstellungen gekommen“, sagt sie. In Aachen geht das Speed-Dating derweil weiter. Die Bewerberinnen und Bewerber wandern von Tisch zu Tisch und kommen mit den Firmenvertretern ins Gespräch. „Und manchmal ergibt sich auch abseits der organisierten Treffen eine Unterhaltung“, sagt Essing. Und gerade die seien oft besonders spannend.

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