Aachen: Tunnel sollen Krötenleben retten

Aachen: Tunnel sollen Krötenleben retten

Jedes Frühjahr aufs Neue gibt es an einigen Aachener Straßen einen „Eskort-Service” der besonderen Art. Ehrenamtler tragen Kröten, Frösche und Molche über die Fahrbahnen, damit diese auf dem Weg zu ihren Laichgewässern buchstäblich nicht unter die Räder geraten.

Tausende Tiere laufen zunächst gegen Sperrzäune und plumpsen dann in Auffangeimer.

Dieses aufwändige System hat zumindest an der Eupener Straße bald ein Ende. Die Hauptverkehrsachse wird nämlich jetzt untertunnelt. Gleich vier Mal. Im Zuge der Umbauarbeiten am Grenzübergang Köpfchen und der Fahrbahnerneuerung durch den Landesstraßenbaubetrieb „Straßen.NRW” werden auch die Röhren gebohrt. Hinein kommen Betonformteile, durch die später Edelstahlrohre laufen. Von den Zäunen aus sollen die Tiere also demnächst unter der Hauptstraße entlanglaufen oder -hopsen.

Das allerdings hat seinen Preis: 200.000 Euro. Das sei allerdings noch gar nicht so besonders viel, meint „Straßen.NRW”-Sprecher Bernd A. Löchter. In Ostwestfalen würden ganze Spannbrücken über Straßen für Wildschweine, Rehe oder Hirsche gebaut. Ob das denn alles Sinn mache, daran würden sich freilich auch die Geister von Experten scheiden. Dennoch bringe der Landesstraßenbaubetrieb solche Dinge gleich mit in die Planung ein, wohlwissend, dass es ansonsten ohnehin Beschwerden oder Eingaben der Lobbyverbände gebe und sich möglicherweise Maßnahmen und Projekte verzögern.

Das sei so ähnlich wie mit den Interessen der Anwohner in Sachen Lärmschutz, denen man auch Rechnung trage: „Wir tun, was gefordert wird”, so Löchter. Und die Kosten für die Tunnel an der Eupener Straße seien unter anderem deshalb so hoch, weil sie sehr tief in die Erde getrieben werden. Die Kröten werden nämlich künftig unter den Versorgungsleitungen unbeschadet auf die andere Straßenseite wandern.

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