Aachen: Tropi-Garde begeistert Fans mit „Bäckstäidsch“-Programm

Aachen: Tropi-Garde begeistert Fans mit „Bäckstäidsch“-Programm

Während auf der Bühne die Karnevalssitzung in vollem Gange ist, spielt sich das wahre Leben „Bäckstäidsch“ ab. Und da geht es im Jahr 1972 bei der ersten Sitzung der 1. Große KG Bruunjeäle löstelije fidele Mösche l.n.n.e.v. (leider noch nicht eingetragener Verein) rund.

Willy Millowitsch, Trude Herr, Lotti Krekel und die drei Atömchen haben sich angesagt. Doch statt der karnevalistischen Schwergewichter kommen lustige Gestalten „us Oche“. „Fastelovvend fiere met tamtam, henger de Bühn stönd se at stramm!“ — unter diesem Motto hatte die Tropi-Garde zur Premieren-Sitzung ins Jakobsheim geladen. Und natürlich waren die Aachener Karnevalsjecken der Einladung wieder begeistert gefolgt, stehen die „Tropis“ doch für einen tollen Karneval unter dem Motto „Alles selbst gemacht“.

Ina Gröbner und Jan Savelsberg begeisterten auch in der Rolle als „Prinzenpaar von Leistenbruch“.

Das war ganz und gar nicht das Ziel von Uschi Sperling (Ina Gröbner). Ihr Traum war es, mit Ehemann Mathew (Frank Dohmen), der für sie von Schottland nach Aachen gezogen war, sowie ihren Kindern Mortimer (Jan Savelsberg), Morgan (Susanne Lauffs) und Marilyn (Tropi-Generälin Sarah Siemons) sowie Kellner „Rooobäärt“ (Niklas Dahmen) eine große Sitzung auf die Beine zustellen.

Während Mortimer seinen ersten Auftritt als Sitzungspräsident ziemlich vergeigte, ging es backstage ziemlich rund: Da begeisterten u. a. die Böstomeritz-Sisters als vier singende Taxifahrerinnen mit flotten Liedern und ihr „Met Alaaf dörch de Stadt“ (zur Musik von „Atemlos“) könnte ein echter Karnevalshit werden. Auch köstlich die Dornröschen-Parodie der Gruppe „Ohne Worte“.

Ein besonderer Höhepunkt war — neben dem wie immer umjubelten Auftritt der „4 Amigos“ — der Besuch des Prinzenpaares aus dem Eifelort „Leistenbruch“, das nach 30 Jahren als Prinzenpaar nicht mehr schön genug für das Amt sein sollte. Absolut köstlich Ina Gröbner und Jan Savelsberg in dieser Doppelrolle. Apropos Ina Gröbner, alias Mutter Uschi. Die proppere Aachenerin wollte nicht selbst auf die Bühne, da sie einstmals als Mariechen ein Trauma erlitten hatte. Davon wieder genesen, stürmte Uschi den Präsidentenstuhl und hielt eine Büttenrede — mit hässlicher Nase und Brille und so grotesk schlecht, dass es einfach zum Brüllen war.

Einen „Aufnahmestopp“ verhängte Tropi-Generälin Sarah Siemons über die stimmgewaltigen „Jonge us et Leäve“, wie immer Eisbrecher nach der Pause. Dank Nachwuchs sind es nun elf Sänger. Überhaupt: Überall tauchten junge frische Gesichter mit eigenen Nummern auf, um Nachwuchs muss sich die Garde augenscheinlich keine Sorgen machen. Kleine Wackler zu Beginn der Premiere, bei der zahlreiche krankheitsbedingte Ausfälle zu verkraften waren, machten das Programm nur noch sympathischer.

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