Trockenheit macht dem Aachener Wald zu schaffen

Hitze macht dem Wald zu schaffen : Der Kampf gegen Trockenheit und Borkenkäfer läuft auf Hochtouren

Goldener Oktober, Grillwetter im Herbst, in Sommerkleidung durch die Stadt: Viele freuen sich über das schöne Wetter dieser Tage. Doch die lang anhaltende Trockenheit macht dem Aachener Wald weiterhin Probleme.

Waldbrandgefahr im Aachener Stadtwald, und das mitten im Oktober? Fragt man Dr. Gerd Krämer, ist sie zwar nur „gering bis mittel“, jedoch keinesfalls unrealistisch. „Am vergangenen Wochenende hatten wir einen sehr kleinen Waldbrand im Bereich Köpfchen“, sagt der Leiter des Gemeindeforstamts. Nach dem heißen, trockenen Sommer gibt es in der Region einen – verhältnismäßig – warmen, trockenen Herbst. Die Talsperren sind leer, die Böden relativ trocken. Das macht sich im Wald bemerkbar, auch wenn das Problem in Aachen nicht so virulent ist wie in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens.

„Unsere Böden speichern eigentlich ganz gut Wasser“, sagt Gerd Krämer. Dennoch schätzt er, dass bis zu 30 Prozent der in diesem Jahr neu gepflanzten Bäume – allesamt Buchen – nicht überleben werden. „Um die anderen Laubbäume mache ich mir eigentlich noch keine Sorgen“, sagt Krämer.

Die Fichten leiden

Macht den Fichten im Aachener Stadtwald zu schaffen: Der Borkenkäfer. Foto: Matthias Hiekel/ZB/dpa/Matthias Hiekel

Anders sieht das bei den Fichten aus. Derzeit sind die Mitarbeiter des Forstamts schwer damit beschäftigt, vom Borkenkäfer befallene Bäume zu schlagen. „Das können zum Teil einzeln stehende Bäume sein oder aber größere Bestände auf einer Fläche“, erklärt Krämer. So oder so: Insgesamt schätzt er, dass rund 200 Lkw-Ladungen Fichtenholz aus Aachens Wald herausgeschlagen werden müssen, weil die Bäume vom Käfer befallen sind.

Dafür, sagt Krämer, haben die Aachener teilweise nur wenig Verständnis: „Wir bitten alle Waldnutzer, ob nun Spaziergänger oder Radfahrer, die Sperrungen zu beachten, die wir wegen der Fällarbeiten eingerichtet haben.“ Derzeit seien seine Kollegen im Augustinerwald in der Nähe von Camp Hitfeld zugange. Immer wieder gebe es renitente Waldnutzer, die die Sperrung einfach ignorieren – und sich damit in Gefahr begeben. „Das muss wirklich nicht sein“, betont Krämer.

Trockenheit bleibt

Dass sich das mit der Trockenheit in Aachen bald ändert, das glaubt Willy Küches, Hobby-Meteorologe aus Brand, übrigens nicht: „Ja, das Wetter stellt sich langsam um, wir kommen langsam auf die Winterhälfte“, sagt der Wetterexperte mit der großen Fangemeinde im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das heißt, es wird kälter, und die Sonne kommt seltener raus. Doch es bleibt trocken“, sagt Küches. Er schätzt, dass die Temperaturen bis Ende des Monats bei zehn bis zwölf Grad Celsius liegen werden, und dass der Niederschlag sich auf maximal drei Liter pro Quadratmeter beschränken wird. „Wir werden noch zehn bis 14 Tage mit der Trockenheit zu tun haben“, prophezeit Küches.

Bis dahin heißt es auf jeden Fall: Vorsicht beim Waldspaziergang im Öcher Bösch!

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