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Brand: Trierer Straße: Ärger um Kanal-Kosten

Brand : Trierer Straße: Ärger um Kanal-Kosten

Nur knapp zwei Seiten ist der Brief lang. Der Inhalt aber kann für viele Hausbesitzer an der Trierer Straße teuer werden. Aktuell für jene im noch laufenden zweiten Bauabschnitt. Absender ist die Stawag - in Kooperation mit der Stadt.

Es geht um die Hausanschlüsse der Kanäle, deren Sanierung und die Kosten dafür. Doch mancher Betroffene fragt sich, ob das alles so seine Richtigkeit hat. Nicht zuletzt, weil er womöglich vierstellige Summen locker machen muss.

Folgendes ist passiert: Die Stawag, die für die Stadt das Kanalnetz betreibt, hat durch eine Spezialfirma die Hausanschlüsse mittels „Kanal-Fernsehen” überprüft. Dabei wurde mancher Schaden aufgedeckt, der nun repariert werden muss. Das ist rechtlich vorgeschrieben, die Leitungen müssen dicht sein. Für solche Erneuerungen, heißt es in dem Brief, ist die Stadt zuständig.

Zahlen muss allerdings laut städtischer Gebührensatzung der Hausbesitzer. Weil auf der Trierer Straße sowieso die Kanäle saniert werden, könnten die Hausanschlüsse in einem Aufwasch mitgemacht werden. So spare der Hausbesitzer Kosten. Unterm Strich, so ist berechnet worden, würden rund 500 Euro pro Meter Leitung fällig. Ein endgültiger Kostenbescheid folge nach der Reparatur durch die Stadt.

Da fragt sich nun aber mancher Hausbesitzer: Wenn ich schon zahlen muss, warum kann ich dann nicht eigene Angebote einholen? Tatsächlich ist der Inhalt des Briefes verwirrend. Zum Beispiel werden die Begriffe Unterhaltung und Erneuerung durcheinandergewürfelt, aus denen sich aber rechtlich wichtige Unterschiede ergeben.

Bei einer Erneuerung hat der Hausbesitzer laut Satzung keine Wahl. Er kann sich auch nicht selbst eine Firma suchen, die das eventuell billiger machen könnte. Zumindest gilt das für die Strecke vom Kanal bis zur Grundstücksgrenze. Bei einer Unterhaltungsmaßnahme hingegen kann sich der Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen selbst Angebote einholen.

Was nun? Im Fall der Trierer Straße ist die Sache für die Stadt klar: „Es handelt sich eindeutig um eine Erneuerungsmaßnahme”, sagt Axel Costard vom Pressebüro. Damit ist laut Satzung die Stadt zuständig. Abgerechnet würden am Ende nur die tatsächlich entstandenen Kosten.

Costard räumt ein, dass die Formulierungen in dem Brief missverständlich sind und dass einige Informationen fehlen. Die Kosten für die Erneuerung des Hauptkanals, erklärt er, müssen nicht bezahlt werden, sondern werden der allgemeinen Gebührenberechnung zugeschlagen. Den Anwohnern bleibt offenbar nichts anders übrig, als zuzusehen und anschließend zu zahlen.

Für manchen Hausbesitzer könnte sich indes ein Blick in die Police der Wohngebäudeversicherung lohnen. In manchen Fällen sind Schäden an den Kanalanschlüssen nämlich versichert.