Aachen: „Treffpunkt Bibliothek“ mit Promi-Literaturkritiker

Aachen: „Treffpunkt Bibliothek“ mit Promi-Literaturkritiker

Jedes Jahr Ende Oktober ist es das Highlight in der Aachener Stadtbibliothek: der „Treffpunkt Bibliothek“, zugleich Abschluss der bundesweiten Bibliothekswoche, die in vielen Städten stattfindet. Aachener freuen sich besonders auf Freitag, 31. Oktober, denn dann wird Literaturkritiker Denis Scheck wieder die Neuerscheinungen des Herbstes präsentieren.

Auch Kulturdezernentin Susanne Schwier freut sich auf den Tag, denn er wirft „einen besonderen Spot auf die Arbeit der Bibliothek.“ Da sie zugleich Dezernentin für Kinder und Jugend sei, schätze sie die Arbeit, die die Bibliothek bei der Heranführung der Kinder und Jugendlichen an Literatur leiste, besonders. Auch wenn die bundesweite Bibliothekswoche eigentlich unter dem Schwerpunkt „Netzwerk Bibliothek“ vor allem die digitale Medienlandschaft beleuchtet, halten die Veranstalter in Aachen an ihrer bewährten Tradition fest. „Solange Denis Scheck nach Aachen kommen möchte, wird es den Treffpunkt geben“, sagt Wilma Franzen, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und den Aufbau des Buchbestands.

Saxophon und Bass

Doch Scheck bestreitet den Abend nicht allein. Ab 18 Uhr bietet das Duo „Schäfer Proske“ mit Saxophon- und Bassklängen eine Mischung aus eigenen Kompositionen und Coverversionen, wie „The Girl from Ipanema“ oder „Englishman in New York“ des britischen Musikers Sting. „Der Abend gibt uns die Gelegenheit, unsere beiden Schwerpunkte, Literatur und Musik, miteinander zu verbinden“, erklärt Rita Friedrich, Leiterin der Musikbibliothek, das Konzept des Abends. Saxophonistin Gitta Schäfer kennt den Bestand aus eigener Anschauung. „Dass wir auf diese Weise unsere Kunden mit einbeziehen können, ist doppelt so schön“, freut sich Friedrich.

Gegen 19.45 Uhr wird Denis Scheck die Neuvorstellungen präsentieren. Rund 50 Titel hat Scheck zusammengestellt, die Frankfurter Buchmesse, die Verleihungen des Deutschen Buchpreises und des Nobelpreises für Literatur finden dabei ebenso Berücksichtigung wie seine „geheimen Leidenschaften“ Comic, Fantasy und Kochbücher. Ob es allerdings in diesem Jahr schafft, die Liste komplett abzuarbeiten, ist offen. Seit dem Jahr 2007 ist der nach dem Tod Marcel Reich-Ranitzkis wohl wichtigste deutsche Literaturkritiker bereits regelmäßiger Gast in der Stadtbibliothek.

Auch in diesem Jahr rechnet Bibliotheksleiter Manfred Sawallich wieder mit weit über 200 Besuchern. Damit ist die Grenze dessen, was der Empfangsbereich an Besuchern aufnehmen kann, auch ausgelastet. Die Kosten für die Veranstaltung übernimmt der Förderverein der Stadtbibliothek.

Für Besucher ist der Abend kostenlos. Auch wenn sich die Stadtbibliothek mit großen Veranstaltungen zurückhält, kommt im Alltag doch einiges zusammen: Allein 240 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche gibt es pro Jahr, zum Geburtstag der Bibliothek finden regelmäßig Führungen durch den Magazinbestand statt, 1100 Menschen nutzen die Bibliothek täglich. „Unser Job ist das Kleinteilige und Alltägliche. Aber ab und zu tut so ein Spot auf unsere Arbeit auch mal gut“, meint Manfred Sawallich.

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