Aachen: „Traummaschine” in der Elisengalerie

Aachen: „Traummaschine” in der Elisengalerie

Packende Fotos sind seit Sonntag im Raum für Kunst in der Elisengalerie zu sehen. Zum ersten Mal werden in Deutschland Werke des jungen belgischen Fotografen Marc Wendelski gezeigt. „Traummaschine” heißt die Schau. Sie umfasst 21 Kunstwerke.

Galerieleiterin Sabine Bücher beweist hier wieder einmal ihr exzellentes Auge für aufstrebende Talente. Entdeckt hat sie Wendelski eher zufällig, bei einem Besuch der Monos Art Gallery in Lüttich. Die Fotografien haben sie auf den ersten Blick in den Bann gezogen. Und das, obwohl sich ihre magische Wirkung erst beim wiederholten Hinschauen voll entfaltet. Da ist etwa ein prächtiger Baum zu sehen, durch den eine Reaktorkuppel schimmert.

Natur trifft Kultur

Oft setzt sich Wendelski mit dem Aufeinandertreffen von Natur und (Industrie-)Kultur auseinander. Da steht ein Leitergerüst im Wildwuchs und führt ins Nichts. Da schwebt ein lebendiges Rhinozeros an Verladehaken. Ein fest umrissenes Sujet hat der Fotokünstler jedoch nicht. Zeigt er Menschen, finden sich diese meist an unwirtlichen Orten oder in unwirklichen Positionen wieder: vor einem kriegszerstörten Hochhaus in Slowenien oder seltsam ungelenk auf dem Sofa.

Oft blicken die Porträtierten nicht in die Kamera. Wo sie dies tun, kann man sich ihren Blicken kaum entziehen, etwa bei einer Bildkomposition im Stelenlabyrinth des Berliner Holocaust-Mahnmals.

In der Tat kann man bei den Werken von Bildern sprechen. Wendelski verwehrt sich zwar aus Gründen der Authentizität gegen viele Möglichkeiten digitaler Fotobearbeitung. Er nutzt jedoch sacht nuancierte Farbverstärkungen, die seiner Fotokunst einen fast malerischen Charakter geben. Schon alleine deshalb wirkt manches Foto wie ein Stillleben. Diese Wirkung erzeugt Wendelski selbst dann, wenn er elementare Motive seiner Fotos, die stets ein quadratisches Format haben, nicht selbst inszenieren kann. Wenn er zum Beispiel einen Vogel genau dort im Bild platziert, wo dieser im Zusammenspiel mit einem sitzenden Menschen, Grashalmen, einem kahlen Baum und dem leeren Himmel eine mystisch-mysteriöse Atmosphäre schafft.

Marc Wendelski, Jahrgang 1978, studierte Kunst und Fotografie in Verviers und Lüttich. Zur Ausstellung ist ein kostenloser Katalog erhältlich, den Kuratorin Sabine Bücher gefertigt hat. Die Wendelski-Schau ist der Start eines Belgien-Schwerpunkts im Raum für Kunst. Mit der Galerie fördert die Sparkasse Aachen Künstler aus der Euregio.


Bis Samstag, 19. Dezember

Die Ausstellung ist bis Samstag, 19. Dezember, jeweils dienstags sowie donnerstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr im Raum für Kunst in der Elisengalerie zu sehen. Der Eintritt ist frei.