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Aachen: Toller Job im Dienst der Kinder mit hohem Anspruch

Aachen : Toller Job im Dienst der Kinder mit hohem Anspruch

Dass die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter für Grundschulen im Weißen Saal begrüßt werden, ist schon lange Tradition. „Und das zu Recht“, meint Hilde Scheidt. Denn an diesem Ort würden all die begrüßt, die wichtig seien, und das gelte in besonderem Maße auch für die jungen Grundschul-Referendare.

„Denn Sie können einen Beitrag leisten, die Gesellschaft für die Zukunft so aufzustellen, dass wir an unseren Grundwerten festhalten können“, sagte die Bürgermeisterin zur Begrüßung. 61 neue Referendare treten jetzt ihre Ausbildung in den Grundschulen an. Und dass so viele junge Menschen Lehrer werden wollen, wertete Scheidt als ein gutes Signal.

Früh Führungsverantwortung

„Sie müssen schon während ihrer Ausbildung an den Grundschulen Führungsverantwortung übernehmen“, stimmte Helga Gubitz-Peruche, Leiterin des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung, die Referendare auf ihre künftigen Aufgaben ein. Und sie müssten dabei einem großen Wandel im sozialen Miteinander gerecht werden. „Zudem werden Sie sich mit einem rasanten Wandel in der digitalen Welt auseinanderzusetzen haben“, fuhr sie fort. Und hier und da seien sie auch in ihrer Vorbildfunktion gefordert.

„Sicher wird Vieles gelingen“, meinte Silke Silanoe, Leiterin des Grundschulseminars, mit Blick auf die kommenden 18 Monate. „Aber Sie werden auch lernen müssen, mit Rückschlägen umzugehen“, sagte sie weiter und betonte dann: „Wir wollen Sie während Ihrer Ausbildung unterstützen, motivieren und beraten.“ Sie zeigte sich überzeugt, dass die Referendare eine „spannende und ereignisreiche Zeit“ erwartet und beschrieb den Beruf des Grundschullehrers als einen der schönsten, aber auch als einen der anstrengendsten Berufe überhaupt.

Mut und Geduld gefordert

Schon Hilde Scheidt hatte vor den Gästen im Weißen Saal von einem anstrengenden Beruf gesprochen, der sehr viel Geduld und Mut erfordere. Die ungeheure Wissbegierde der Kinder sei sicher eine gute Motivation. „Aachens Grundschulen sind international aufgestellt, denn die Schüler und Schülerinnen stammen aus 120 Nationen“, sagte sie weiter. Viele der Kinder seien schon zu Schulbeginn zweisprachig oder sogar dreisprachig, ein großer Wert, den die Referendare pflegen sollten.

Das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung betreut Referendare aus insgesamt 137 Schulen in Aachen, der Städteregion und dem Kreis Heinsberg. „Die 61 neuen Referendare sind nach wie vor zu wenig, um den Bedarf an den Schulen zu decken“, meint Helga Gubitz-Peruche. Aber sie vertraut darauf, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. Denn als Folge der veränderten Studienbedingungen entstand demnach so eine Art Vakuum: Statt der ursprünglich sechs Semester mussten die neuen Bachelor-Studiengänge zehn Semester an der Uni bleiben. Dadurch entstand eine Lücke, die sich laut Helga Gubitz-Peruche aber hoffentlich bald schließen wird.