Aachen: Tivoli-Lauf wird zum heißen Vergnügen

Aachen: Tivoli-Lauf wird zum heißen Vergnügen

Da kämpfen sich die Aachener durch gefühlte fünf Monate Winter und einen Regenfrühling. Und dann das: Ein Wetterchen, als ob die Sonne eine Zwillingsschwester bekommen hätte. Fast schon zu warm für eine Laufpremiere, aber auch nur fast.

So hieß es, die Laufkappe zu ziehen vor der Leistung der rund 1200 Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer, die den ersten Tivoli-Lauf zum Erfolgsmodell machten.

„Im nächsten Jahr wieder”, versprach erleichtert Michael Leers, Leiter der Alemannia-Leichtathleten. Die Organisatoren waren im Schulterschluss mit einem Team von rund 80 ehrenamtlichen Helfern das Wagnis eingegangen, die Aachener Sportlandschaft durch ein weiteres Laufereignis zu bereichern.

Immerhin - sie konnten mit einem Pfund wuchern, das auch andernorts seinesgleichen sucht: mit einem Lauf, der durch das schönste Reitstadion der Welt und in eines der schönsten Fußballstadien Deutschlands führt.

Der Start in die verschiedenen Wettbewerbe war aber den Kleinsten vorbehalten. Was für ein Bild! Dutzende Lauf-Minis im Sauseschritt durch die Heimstätte der Fußball-Profis, die selbst in Person von Manuel Junglas, Kevin Kratz oder auch Alper Uludag den Kleinsten Schrittmacherdienste leisteten. Schon beim Start am frühen Nachmittag war die VIP-Tribüne gut gefüllt. Denn auch das ist ein Wesensmerkmal des Tivoli-Laufs: Alle Teilnehmer, Begleiter und Zuschauer fanden den neuen Tivoli als ein (Fußball-)Haus der offenen Tür vor. Freier Zugang zu Kabinen, Spielertunnel, Mixed-Zone, VIP-Bereichen und den feinsten Zuschauerplätzen.

Nach den Bambini gingen die Schüler, die Jugendlichen und die „Jedermänner” ins Rennen. Stets von Zuschauern gefeiert und den beiden Kommentatoren André Schnitker und Dirk Bartholomy verbal durch die Runden begleitet.

Die sportliche Krönung war aber selbstverständlich der Halbmarathon, vorbei am alten Tivoli durch die Soers hinauf zum Weißen Stein und über Berensberg hinunter in den neuen Tivoli. Eine Runde mit enormem landschaftlichen Reiz. Allerdings auch eine echte läuferische Herausforderung mit gemeinen Steigungen, vor allem angesichts der heißen Temperaturen.

Darauf hatten die Organisatoren im Vorfeld hingewiesen und zudem mit Profi-Kickern Motivatoren ins Rennen geschickt. Selbst Nico Herzig und Mitstreiter kamen als Staffel-Teilnehmer zwar mit wehenden Haaren, aber auch kräftig außer Puste ins Stadion. Und auch Volleyball-Nationalspielerin Ester Stahl bekannte hinterher: „Es war richtig anstrengend. Aber es hat auch richtig Spaß gemacht.” Das durften auch die beiden Sieger - Steffi Jansen vom „Team Aachener Engel” und Philipp Nawrocki von der ATG - bestätigen.

Die Premiere ist geglückt, Verbesserungsbedarf gibt es immer (siehe „Drei Fragen an”). Die Profis absolvierten am Abend einen Halbmarathon im Autogramme-Schreiben. Und wann kann man sich schon unter Spieler-Duschen vom Schweiß befreien und anschließend in VIP-Räumen unter Läufern schmausen und feiern?

Der erste „Aachen-Münchener” Tivoli-Lauf ruft nach einer Fortsetzung. Wegen seiner Mischung aus Familienevent, Alemannia-Präsentation und vor allem einer enormen sportlichen Bandbreite.

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