Aachen: Tivoli-Lauf: In Rekordzeit durch die Regenschauer

Aachen: Tivoli-Lauf: In Rekordzeit durch die Regenschauer

Auf der Zielgeraden warf Mussa Hudrog noch einmal den Blick in den Rückspiegel. Unnötigerweise. Denn der Libanese hatte seine Verfolger beim 4. Tivoli-Lauf längst abgehängt. Am Ende musste der Spitzenläufer der ATG nur noch den Kampf gegen die Uhr gewinnen.

In 1:13,56 Stunden legte er die neue, flache Strecke, die vom Tivoli-Vorplatz über die CHIO-Brücke führte und das Finanzamt mehrfach umrundete, zurück. Und sicherte sich - zwangsläufig - auf der neuen Strecke den erwarteten neuen Rekord.

Als Hudrog sich auf der Haupttribüne bereits seinen Dehnübungen widmete, überquerte auch der Zweitplatzierte Jesús Francisco Antona Iglesias, der für Aachens Partnerstadt Toledo an den Start ging, die Ziellinie — mit mehr als vier Minuten Rückstand (1:18,12 Stunden). Sieben Minuten später kam auch die erste Läuferin ins Ziel: PTSV-Läuferin Steffi Jansen legte die 21,1 Kilometer lange Strecke in 1:25,23 Stunden zurück. Claudia Schneider vom ASV Köln (1:30,51 Stunden) und Petra Bleimann vom LAC Mausbach (1:36,54 Stunden) landeten auf den Plätzen 2 und 3.

Viel Zeit, seinen Erfolg zu genießen, blieb Mussa Hudrog allerdings nicht. Für den neuen Rekordhalter ging es in Rekordtempo wieder an die Arbeit: Er betreibt in Aachen das Café Liège - und musste den 5-Kilometer-Lauf deshalb sausen lassen. Ein schlechter Scherz? Weit gefehlt! So viel Energie hatten die meisten Läufer am Ende nicht mehr: Böiger Wind, frostige sieben Grad und Nieselregen begleiteten die rund 1050 Läufer sowohl beim Halbmarathon, als auch beim 5-Kilometer-Lauf über das Tivoli-Gelände und die Soers. Das nass-kalte Frühlingsschmuddelwetter sorgte schließlich auch dafür, dass die Bigband des Kaiser Karl Gymnasiums, die im Tivoli-Tunnel musizierten, schließlich auch ihre moralische Unterstützung einstellen mussten.

Obwohl die Auswertung der Feedback-Bögen, die viele Sportler nach dem Rennen ausfüllten, noch ein paar Tage dauern wird, zog Rüdiger Cordt schon während des Bambini-Laufes ein positives Fazit. „Die Reaktionen der Läufer waren durchweg positiv“, freute sich der Abteilungsleiter Leichtathletik der Alemannia. „Die einzige Kritik, die von den Spitzenläufern kam, war, dass die Kurven sehr eng und zum Teil auch rutschig waren.“

Mussa Hudrog ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und ließ den alten Schlachtegesang der Alemannia-Fans noch einmal wahr werden: „Regenschauer überm Tivoli geben für den Sieg die Garantie.“

(bj)
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