Aachen: Titelverteidiger nur mit Mühe im Finale

Aachen: Titelverteidiger nur mit Mühe im Finale

Hätte es vor der Halbfinalpartie zwischen Hertha Walheim und Yurdumspor Aachen im Rahmen der Fußballstadtmeisterschaft einen offiziellen Tippschein gegeben, so hätten wohl nahezu alle Zuschauer auf der Platzanlage von Ausrichter Rasensport Brand auf Walheim gesetzt.

Und das nicht nur, weil die Schwarz-Gelben aktueller Titelverteidiger sind - auch das Auftreten in der Zwischenrunde war überzeugend.

So klar die Sache auch auf dem Papier sein mag, so deutlich war sie auf dem Platz zu keiner Phase. Der Favorit tat sich schwer damit, ins Spiel zu kommen - was vor allem am gut organisierten Pressing des Bezirksligisten lag. Immer wieder gelang es dem türkischen Team, die Angriffe der Hertha zu unterbinden, so dass weder auf der einen, noch auf der anderen Seite echter Spielfluss entstand. „Die Leistung war sicher nicht herausragend”, fand auch Walheims Trainer Mirko Braun.

Für beide Torhüter war es zudem ein entspannter Abend - Torchancen waren eher Mangelware. So war es fast schon typisch für den Spielverlauf, dass es eine Standardsituation sein musste, die den Treffer des Tages ermöglichte: Ein Handspiel im Strafraum ahndete der Unparteiische in der 30. Spielminute - ohne zu zögern - mit einem Elfmeter. Michael Pyras verwandelte sicher zum 1:0.

Nach dem Wechsel fragten sich wohl alle Besucher, wann denn Yurdumspor zur großen Offensive übergehen würde. Die Antwort erhielten sie bereits kurze Zeit nach Wiederanpfiff: Gar nicht. Denn fortan übernahm der Landesligist zunehmend die Kontrolle über die Partie, stellte sich allerdings entweder durch unnötige Fehlpässe oder mangelnde Konsequenz im Torabschluss selbst ein Bein. Heinz Putzier und Thiemo Huppertz hatten durchaus Möglichkeiten, die Führung weiter auszubauen.

Zehn Minuten vor Abpfiff gab es für Walheims Schlussmann Thomas Schott dann doch noch etwas zu tun: Einen Schuss von Gökhan Batmaz lenkte er mit dem Fuß zur Ecke. Mehr kam allerdings nicht vom Angriff des Bezirksligisten.

Als der Schiedsrichter die Halbfinalbegegnung nach 90 Minuten mäßigem Fußball pünktlich abpfiff, blieb der große Jubel des Landesligisten über den Einzug ins Finale aus. Auch Mirko Brauns Freude hielt sich in Grenzen, doch ganz unzufrieden zeigte sich Walheims Coach nicht: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch es muss. Es gab sicher schon bessere Spiele von uns. Doch wir wollten um jeden Preis zu Null spielen, und das ist uns gelungen. Mit dem SV Eilendorf wartet nun ein gutes Team auf uns im Finale, das wir natürlich gewinnen wollen”. Am kommenden Samstag trifft die Hertha um 15 Uhr auf den Bezirksligisten von der Halfenstraße.

Einen Tag vor dem großen Finale kämpfen Yurdumspor und Rhenania Richterich um 19 Uhr zunächst noch um Platz Drei. Doch auch der heutige Abend wird kein Fußballfreier auf der der Sportanlage des Ausrichters: Um 18 Uhr findet das Benefizspiel der Traditionsmannschaften von Alemannia Aachen und AS Eupen statt. Zudem gibt´s eine Autogrammstunde. Der Eintritt ist für alle frei.

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