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Tierschutzverein und Stadt Aachen sprechen über Hilfe für Tierheim

Höherer Zuschuss für Aachener Tierheim in Sicht : Die Zeichen stehen auf Entspannung

Die Ansage kam einem Ultimatum gleich: „Wenn uns die Stadt bis zu den Sommerferien nicht entgegenkommen sollte, wird es ab Januar in Aachen kein Tierheim mehr geben“, hatte Lutz Vierthaler im Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt und eine stärke finanzielle Unterstützung gefordert. Bei der Verwaltung zeigte man sich zunächst unbeeindruckt. Doch mittlerweile hat sich die Haltung offenbar geändert: Mitte Juli wird es ein Gespräch zwischen dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins für die Städteregion und der Stadt geben. Die Zeichen stehen also auf Entspannung.

„Wir sind zuversichtlich, dass Stadt und Tierschutzverein zu einem guten Ergebnis kommen werden“, erklärt Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage. Das hatte sich Mitte Mai noch ganz anders angehört. Damals war Beckers’ Kollegin Rita Klösges zu dem Schluss gekommen, dass es „keinerlei Hinweise auf eine bevorstehende Erhöhung des städtischen Zuschusses“ gebe.

Dieser aber ist, so betont Vierthaler, existenziell wichtig für den weiteren Fortbestand des Tierheims, das für die gesamte Städteregion zuständig ist. Denn mit der Zahl der jährlich aufgenommenen Tiere, die mittlerweile fast 2500 erreicht hat, sind auch die Kosten für den Betrieb stetig gestiegen und liegen inzwischen bei mehr als 1,1 Millionen Euro. 460.000 Euro entfallen alleine auf das 24-köpfige Team, das sich im Drei-Schicht-Betrieb um das Tierwohl kümmert.

Derweil wurden die Betriebskostenzuschüsse zuletzt 2014 erhöht. Seitdem überweist die Stadt Aachen pro Jahr 170.000 Euro und die Städteregion 180.000 Euro. Wobei letztgenannte Summe sich in den kommenden Jahren definitiv erhöhen wird. Nachdem städteregionale Verwaltung und Politik bereits im Frühjahr signalisiert hatten, dass sie zu einer deutlichen Aufstockung bereit seien, hat der Städteregionsausschuss diesen Worten am Donnerstagabend nun auch Taten folgen lassen. Konkret hat das Gremium beschlossen, dass die finanzielle Beteiligung der Städteregion im Zeitraum von 2020 bis 2022 auf jeweils 290.000 Euro angehoben und in den beiden folgenden Jahren nochmals um 10.000 Euro aufgestockt wird. Der Beschluss entspricht der Empfehlung des Arbeitskreises, den die neun Altkreis-Kommunen ausschließlich zu diesem Zweck und Thema im April gegründet hatten. Und weil der vom Tierschutzverein reklamierte Bedarf damit fast zu 100 Prozent anerkannt worden ist und zudem Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre geschaffen wird, zeigt sich Lutz Vierthaler sehr zufrieden. „Die Städteregion hat die Unterdeckung unseres Budgets erkannt.“

Wie der Erkenntnisstand auf Seiten der Stadt Aachen ist, bleibt hingegen noch abzuwarten. Immerhin aber teilt der Vereinsvorsitzende den Optimismus des städtischen Pressesprechers: „In der Gesprächseinladung heißt es, dass die Stadt die finanziellen Probleme des Tierheims erkannt habe und man davon ausgehe, dass es zu einem positiven Abschluss käme“, berichtet Vierthaler. Wie dieser aussehen müsste, um den Fortbestand des Tierheims tatsächlich sicherstellen zu können – dem Vernehmen nach geht es um jährlich knapp 70.000 Euro mehr –, habe er der Verwaltung schon vor einigen Monaten mitgeteilt. Verbunden mit dem deutlichen Hinweis, „dass es nicht Aufgabe unseres Vereins sein kann, über nicht bezahlte Leistungen öffentliche Haushalte zu subventionieren“.

Auch diese Botschaft scheint bei der Stadt angekommen zu sein. Harald Beckers jedenfalls kündigt schon mal an, dass die zuständigen politischen Gremien nach der zu erwartenden Einigung im September entsprechende Beschlüsse fassen werden.