Aachen: Tiefer Einschnitt bei Heusch

Aachen: Tiefer Einschnitt bei Heusch

Tiefer Einschnitt bei Heusch: Dem Aachener Traditionsunternehmen steht einer der heftigsten Aderlässe in seiner 159 Jahre alten Firmengeschichte bevor.

Zum 1. November verlieren 34 von 91 Mitarbeitern - rund 40 Prozent der gesamten Belegschaft - ihre Arbeitsplätze. Außerdem wird der traditionsreiche Standort am Krugenofen in Burtscheid aufgegeben: Das Unternehmen, das Präzisionsmesser für die Textil- und Lederindustrie herstellt, wird komplett nach Eilendorf umsiedeln, wo man in der Kellershaustraße bereits seit geraumer Zeit ein Werk betreibt. Das bestätigten sowohl Leo Gehlen von der IG Metall als auch der Betriebsratsvorsitzende von Heusch, Wolfgang Vorhagen-Tscherpel, auf AZ-Anfrage. Geschäftsführer Alexander Reichel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Belegschaft ist die schlechte Nachricht in der vorigen Woche auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt worden. Danach seien die Kündigungen ausgeteilt worden, so Gehlen. Zuvor hatten sich Gewerkschaft, Betriebsrat, Geschäftsleitung und Arbeitgeberverband in mehreren Verhandlungsrunden auf einen Interessenausgleich inklusive Sozialplan geeinigt. Das Volumen dieses Finanzpakets sei allerdings „nicht sehr üppig”, räumt Betriebsratsvorsitzender Vorhagen-Tscherpel ein. Aber die Situation des Unternehmens sei andererseits auch „sehr schlecht”, man leide unter „starken Umsatzeinbußen”.

Das Gespenst des Stellenabbaus schwebte bereits seit gut zwei Monaten über der Belegschaft. Zunächst war sogar von einem Verlust von 40 Stellen die Rede. „Wir haben alles versucht,” sagt Vorhagen-Tscherpel, „aber mehr als sechs Stellen konnten wir nicht retten.” Für die Zukunft gebe es die klare Aussage von Eigentümern und Geschäftsleitung, den Standort Aachen langfristig halten zu wollen. „Und die ist auch glaubwürdig”, so der Betriebsrat.