Aachen: Themencheck: Wie kann Aachen als Wohnraum für Studenten attraktiv bleiben?

Aachen: Themencheck: Wie kann Aachen als Wohnraum für Studenten attraktiv bleiben?

Schüler fragen, Politiker antworten: Im Vorfeld der Kommunalwahl am 25. Mai fühlen Schüler des Pius-Gymnasiums Politikern auf den Zahn. Jan Brück (18) und Martin Jerusalem (18) sorgen sich um fehlenden Wohnraum für junge Menschen und Studenten und fragen: Was wollen Sie tun, um dieses Problem zu lösen, damit die Stadt weiter attraktiv für junge Menschen bleibt? Was kann die Politik tun, um den Mietpreis möglichst niedrig zu halten?

Maike Schlick, CDU

"Aachen braucht in den nächsten Jahren zusätzlichen Wohnraum für circa 4500 Studenten. Bis Ende 2014 werden wir einiges davon umgesetzt haben, müssen aber weitere Flächenpotenziale durch Neubaumaßnahmen oder die Umnutzung von Bestandsimmobilien ausschöpfen. Wichtig ist uns, dabei nicht nur auf die Bedürfnisse von Studenten zu achten, sondern durch die Schaffung flexibler und bezahlbarer Wohnstrukturen auch andere Gruppen zur Nutzung einzuplanen."

Manfred Kuckelkorn, SPD

"Ein höherer Anteil sozialen Wohnungsbaus ist, neben der gerade im Bund diskutierten Mietpreisbremse, ein Baustein, steigenden Mieten zu begegnen. Bei allen Wohnungsbauprojekten wollen wir den Anteil öffentlich geförderter Wohnungen auf 30 Prozent erhöhen. Die Stadt hat dafür zu sorgen, eigene Wohnbauflächen vorzuhalten, auf denen preiswerte Wohnbebauung stattfinden kann. Außerdem wollen wir uns mit einer Satzung gegen Zweckentfremdung und Leerstand von Wohnraum wehren."

Tina Hörmann, Die Grünen

"Mit der Kampagne "Extraraum" wurde eine erfolgreiche Wohnungsbörse installiert. Private Investoren, das Studentenwerk und die städtische Wohnungsgesellschaft Gewoge haben einige Neubauprojekte mit Studentenwohnungen gebaut bzw. in Planung. Allgemein können die Mieten durch einen möglichst hohen Anteil von öffentlich gefördertem Wohnraum niedrig gehalten werden.. Und besonders wichtig ist es, dass die Sanierung des städtischen Wohnungsbestands weiter vorangetrieben wird, denn dort sind die Mieten besonders niedrig."

Joachim Moselage, FDP

"Der Mangel an Wohnraum insgesamt führt zu einem Anstieg der Mieten insbesondere im unteren Preissegment. Hiervon sind Geringverdienende und Rentner sowie Studierende und Auszubildende betroffen. Angesichts niedriger Zinsen und fehlender Alternativen für Geldanlagen beruht der Mangel an Neubauten auf einer künstlichen Verknappung von Bauland. Die FDP fordert den Ausweis neuer Baugebiete, ein innerstädtisches Baulückenprogramm statt bürokratischer Hindernisse für Bauherrn, wie Stellplatzabgaben und überzogener Energiesparmaßnahmen."

Ellen Begolli, Die Linke

"Der Mangel an preiswertem Wohnraum wird für alle Menschen mit geringem Einkommen zunehmend zum Problem. Die Linke möchte die Quote für preisgebundenen Wohnraum bei neuen Bauvorhaben auf 50 Prozent erhöhen. Auch die städtische Wohnungsgesellschaft Gewoge muss endlich wieder neue Wohnungen bauen anstatt nur den Bestand zu verwalten. Die Einführung einer Zweckentfremdungsatzung kann helfen, Immobilienspekulationen und Leerstände zu bekämpfen."

Thorsten Rumor, FWG

"Derzeit werden in der Stadt Aachen enorme Anstrengungen unternommen, um Wohnraum neu zu schaffen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass wir auch in den begehrten Citylagen einen Querschnitt unserer Gesellschaft - junge Leute, alte Leute, Familien und Singles - abbilden können. Das Mittel des sozialen Wohnungsbaus und die neu eingeführte Mietpreisbremse bei Neuvermietungen können hier geeignet sein."

Christoph Allemand, UWG

"Diese Problematik betrifft viele Einwohner unserer Stadt. Wir müssen schnellstens das hausgemachte Problem des zu geringen bezahlbaren Wohnraums in die Hand nehmen! Dazu ist u. a. jedes neue geeignete Bauprojekt auf verpflichtendes Schaffen günstigen Wohnraums zu prüfen. Bei neuen Wohnbauprojekten ist ein hoher Anteil sozialen Wohnungsbaus vorzuschreiben! Keinesfalls darf günstiger Wohnraum vernichtet werden, wie zuletzt an der Adalbertstraße!"

Gunter von Hayn, Piratenpartei

"Da die Stadt selbst kaum Wohnungen baut, muss vor allem ermöglicht werden, dass private Investoren bauen. Leider entsteht dabei häufig teurer und luxuriöser Wohnraum. Die Stadt kann und muss versuchen, dass auch genügend günstiger Wohnraum entsteht, aber Zwang kann sie dabei kaum ausüben. Über die städtische Wohnungsbaugesellschaft könnte deutlich mehr günstiger und familiengerechter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden, als es zur Zeit geschieht."

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