Aachen: Theaterstück „Red Poppy Flowers“: Vereint im Hass auf das System

Aachen : Theaterstück „Red Poppy Flowers“: Vereint im Hass auf das System

Erwartungen — unsere eigenen und die der anderen. Keine Generation lebt erwartungslos. Doch woher kommen sie? Wer oder was gibt uns das Recht, unsere Erwartungen als richtig zu manifestieren? Von Erwartungen und einer Gesellschaft, die keine Abweichung von der Norm erlaubt, handelt das neue Stück „Red Poppy Flowers“ des Theaterbüros.

Es feiert am Freitag, 9. März, um 20 Uhr im Theater 99, Gasborn 9-11, Premiere.

Einfach selber etwas geschrieben

Die junge kleine Gruppe gab im vergangenen Jahr mit „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre ihr Debüt. Jetzt stehen die Mitbegründer und Schauspieler Aylin Duman und Sven Bünemann vor ihrem nächsten großen Auftritt. „Red Poppy Flowers“ ist eine Eigenproduktion der freien Autorin, Dramaturgin und Regisseurin Elena Kristin Boecken, die bereits beim letzten Stück mit dem Ensemble des Theaterbüros zusammengearbeitet hat.

„Die größte Herausforderung war, ein passendes Bühnenstück für nur zwei Schauspieler zu finden“, erklärte Boecken. „Da wir aber nichts gefunden haben, was den Zeitgeist widerspiegelt und zu uns passt, haben wir einfach etwas selber geschrieben.“

Herausgekommen ist das knapp 70-minütige „Red Poppy Flowers“: Mia und Karsten haben augenscheinlich nicht viel gemeinsam. Mia, eine junge Frau Anfang 20, startet gerade in das „Erwachsenenleben“. Funktionalität und der Drang, ständig mit der Konkurrenz ihrer Generation mithalten zu können, bestimmen ihr Leben. Eigene Entscheidungen werden von Followern, Eltern und dem eigenen hohen Anspruch begleitet. Karsten, ein Mittvierziger, befindet sich in einer klassischen Midlife-Crisis. Er ist gelangweilt von seinem eigenen Dasein, seiner Ehe, seinem Job und seinem fremdbestimmten Leben. Beide verbindet der Hass auf das System, in dem sie leben, in das sie aber einfach nicht reinpassen wollen — ein System, das absolute Funktionalität und Perfektion eines jeden Einzelnen voraussetzt.

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