Aachen: Theaterschule: Mit vielen neuen Ideen an den neuen Standort im Ostviertel

Aachen: Theaterschule: Mit vielen neuen Ideen an den neuen Standort im Ostviertel

Von der Theaterstraße 77 in die Schleswigstraße 15 — im 15. Jahr nach ihrer Gründung ist die Theaterschule nun im Ostviertel zu finden. Bauliche Auflagen am alten Ort hatten den Umzug notwendig gemacht, erklärt Vorstandsvorsitzende und Schulleiterin Ingeborg Meyer.

„Aber wir haben uns keinesfalls verschlechtert — im Gegenteil“, sagt die erfahrene Schauspielerin, die in zahlreichen Rollen am Grenzlandtheater ihr Können unter Beweis stellte. Denn im neuen Ausbildungszentrum stünden nun 250 statt vormals 65 Zuschauerplätze zur Verfügung, und auch die Bühne sei viel größer.

Nicht nur auf das Publikum warten Neuerungen, auch auf die Schüler. „Wir haben die Ausbildungszeit von vier auf drei Jahre verkürzt“, sagt Meyer. Anlass sei der Wunsch vieler Schüler gewesen, früher auf die Bühne zu kommen. An Umfang und Qualität habe die Vollzeitausbildung nichts eingebüßt. „Stundenumfang, Fächer und Basics sind gleich geblieben“, so Meyer. Eine Kooperation mit der Berliner Filmschule Art-on-the-Run erweitere sogar von Ende des Jahres an das Workshop-Angebot und die Möglichkeit auf einen Einsatz in Projekten.

Derzeit befinden sich 22 junge Menschen in der Schauspielausbildung. Zwar hat das Semester Mitte August begonnen, doch noch können Interessierte sich um eine Aufnahme bewerben.

Und auch für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren bietet die Theaterschule ab Anfang September Kurse an. „Diesmal haben wir unseren Blick auch auf das Thema Inklusion gerichtet“, sagt Meyer. „Deshalb bieten wir einen Kurs in Gebärdensprache an, mit dem Ziel, eine Gebärden-Theatergruppe zu gründen.“

Ein weiteres Special hat sich die Theaterschule für Migranten ausgedacht. „Sprache spielend lernen“ heißt der Kurs, der den Umgang mit der deutschen Sprache spielerisch vermitteln will. Die Theaterschule mit Sitz im Bürgerzentrum St. Fronleichnam will künftig aber auch Kulturzentrum sein. Alle sechs Wochen sollen daher Ausstellungen mit Künstlern aus der Euregio stattfinden.

Und wer sich von den Räumen und der Ausbildung mit eigenen Augen überzeugen will, kann dies am 24. Oktober tun. Dann wird das Ausbildungszentrum offiziell wiedereröffnet — mit einem Tag der offenen Tür und Prominenz aus Kultur und Politik, wie Meyer ankündigt.

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