Aachen: Theaterpremiere: Ewig junge Geschichten der Figur Tom Sawyer

Aachen: Theaterpremiere: Ewig junge Geschichten der Figur Tom Sawyer

Ein Zaun, eine Strafarbeit, ein Eimer Farbe und ein gewitzter Junge — das sind die Zutaten, mit denen man eine Szene schafft, die sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen einbrennt. Ob Mark Twain wusste, dass seine beiden Bücher „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ und „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ auch rund 150 Jahre noch gelesen werden würden?

Die Geschichte der beiden Jungen begeisterte Diana Djamadi — ein Grund, weshalb sie die Geschichten in einer Adaption für Theater von Andreas Gruhn als Regieabschlussstück wählte. „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ feiert am Sonntag, 28. Mai, Premiere im Space des Ludwig Forums. Wie Djamadi setzt sich auch der siebenköpfige Cast aus Schülerinnen und Schüler der Theaterschule Aachen für Schauspiel, Regie und Musical zusammen.

Karriereleiter Theaterschule Aachen: Diana Djamadi hat als Regisseurin das Stück ausgewählt. Foto: Harald Krömer

Seit Ende Januar laufen die Proben für das einstündige Stück, das die Abenteuer von Huckleberry Finn (Tobias Kulka) und Tom Sawyer (Christopher Gollan) erzählt. Natürlich inklusive der berühmten „Zaun-Szene“. Wegen einer zerrissenen Hose zu Strafarbeiten verdonnert, soll Tom den Zaun seiner Tante Polly (Jana Weißmann) streichen. Bei dem schönen Wetter würde Tom aber viel lieber mit seinen Freunden zusammen zum Fluss. Tom wäre nicht Tom, wenn er keine Lösung finden würde: Er erzählt den vorbeikommenden Kindern, wie schwer die Aufgabe doch wäre, dass nicht jeder einen Zaun streichen könne. Augenblicklich hat Tom eine ganze Menge Helfer zur Hand.

Es sind viele kleine Abenteuer, die das Stück erzählt, die alle zusammen eine geschlossene Handlung ergeben. Djamadi empfiehlt das Stück für Kinder ab acht Jahren. Einige der besonders gruseligen Szenen habe sie angepasst, damit es für die kleinen Zuschauer nicht zu gruselig wird, für Tom und Huck allerdings gruselig genug bleibt.

Auch für die Besetzung war Djamadi verantwortlich. Eine spannende Aufgabe, auch wenn für sie die Besetzung von Huck und Tom sofort klar war. „Eine solch abenteuerlustige Kindheit ist den Kindern unserer Zeit leider versagt“, heißt es im Flyer. Sicherlich kann man darüber an der ein oder anderen Stelle auch froh sein. So kommt Tom einmal zu spät zum Unterricht, hat keine Entschuldigung und soll dafür 20 Schläge kassieren. So wirklich will man dann doch nicht in diese Zeit zurück.

Dennoch ist „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ ein Stück, das man sich ansehen sollte, nicht nur als Kind, sondern auch als Erwachsener.

Es ist der Traum einer Kindheit, in der man im einen Moment ein Pirat sein darf, im nächsten ein Schatzsucher und im übernächsten ein Räuber. Es ist ein Stück, das weiß, wie es Jung und Alt mit wenigen Sätzen in seinen Bann ziehen kann.

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