Aachen: Theaterplatz: Bald die beste Lage der Stadt?

Aachen : Theaterplatz: Bald die beste Lage der Stadt?

Nicht weniger als sechs teils große Gebäude werden abgerissen, um Platz für drei neue Bauvorhaben zu schaffen. Auf knapp 3400 Quadratmetern Grundfläche entstehen mitten in der Stadt 270 Hotelzimmer, 85 Studentenappartments und rund 5700 Quadratmeter Flächen für Büros und Handel.

Auf einer Länge, die ungefähr der des gegenüberliegenden Theaterplatzes entspricht, wird sich das Gesicht des Kapuzinergrabens erheblich verändern. Keine Frage: Wenn wie berichtet gleich nach Rosenmontag die Abrissarbeiten beginnen, wird zwischen dem Theater und der Elisabethstraße der Boden bereitet für eines der größten Innenstadtprojekte der nächsten Jahre.

So soll das Hotel aussehen: Der Entwurf der Architekten Gatermann & Schossig gewann den Fassadenwettbewerb. Foto: Gatermann & Schossig

Entsprechend vollmundig liest sich die Projektbeschreibung der Aachener Landmarken AG, die das Großprojekt in den nächsten zwei Jahren stemmen will: Der Theaterplatz verfüge über das „Potenzial, die beste Lage der Stadt zu werden“, und man wolle dort ein „städtebaulich, architektonisch und funktional hochwertiges Nutzungsensemble schaffen“. Die drei Bausteine des Projekts im Überblick:

Hotel Motel One: Rechts neben dem ehemaligen Dresdener-Bank-Gebäude verschwinden am Kapuzinergraben die nächsten drei Häuser — darunter das frühere Elysée-Kino —, außerdem die Hausnummern 7 bis 11 in der Elisabethstraße. Auf dieser Fläche von knapp 1300 Quadratmetern entsteht nach Plänen der Aachener Architekten Wellens & Hansen rund um einen neuen Innenhof ein Hotelneubau für die Design-Budget-Hotelkette Motel One.

Mit 270 Zimmern, die sich auf sieben Obergeschosse verteilen sollen, wird das Hotel laut Landmarken das von der Zimmerzahl her größte in Aachen sein. Für die „herausragende Fassadengestaltung“, so Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling, zeichnen die Kölner Architekten Gatermann & Schossig verantwortlich, die den dafür ausgelobten Wettbewerb gewannen.

„We Partment — Leben am Elisengarten“ heißt das Vorhaben, auf 310 Quadratmetern Grundfläche 85 Studentenappartments an der Elisabethstraße 13-15 zu schaffen — ebenfalls auf sieben Etagen. Laut Landmarken ist der Bau bereits an die RWTH Aachen International Academy vermietet und soll künftig internationale Studenten und Wissenschaftler beherbergen.

Bankhaus Kapuzinergraben: Das Haus links neben dem ehemaligen Dresdener-Bank-Gebäude wird abgerissen, das denkmalgeschützte Bankgebäude selber soll „einfühlsam saniert“ werden. Entstehen soll ein Neubau, der sich bis zur Elisabethstraße erstreckt und mit dem Altbau harmonisch zu einem „Smart Building“ verschmilzt, so Landmarken. Soll heißen: Mit modernster Gebäudetechnik will man unter anderem Firmenkunden aus der digitalen Wirtschaft ansprechen.

Zum Konzept gehört auf knapp 1800 Quadratmetern Grundfläche auch hier ein begrünter Innenhof und eine Tiefgarage. Insgesamt sollen nach den Plänen der Aachener „kadawittfeldarchitekten“ im Erdgeschoss und fünf Obergeschossen 5700 Quadratmeter Bürofläche geschaffen werden.

Fertig werden soll alles binnen zwei Jahren. Und auch wenn sich vor dem Theater dann einiges ändert, soll der Verkehr dort während der Bauarbeiten ungehindert fließen — Großprojekt hin oder her.