Aachen: Theater K zeigt schillernde „Miniaturen“ im historischen Stadtbad

Aachen: Theater K zeigt schillernde „Miniaturen“ im historischen Stadtbad

Das Theater K, im Winter regelmäßig „unterwegs“, bespielt nun einen neuen Ort: das ehemalige, frisch hergerichtete Stadtbad am Blücherplatz. „Miniaturen II“ greift das vor zwei Jahren erstmals beim Neuen Aachener Kunstverein (NAK) erprobte Konzept der „Multikünstler-Performance“ auf.

Premiere ist am 17. März. Schauspiel, Gesang, Musik, Video- und Klanginstallation, Akrobatik und Pantomime: Bei der Formgebung ihrer „Miniaturen“ sind den teilnehmenden Künstlern keine Grenzen gesetzt. Was die einzelnen Szenen verbindet: das Thema Bad und Wasser — einerseits so weit gefasst, dass völlig unterschiedliche Performances entstehen, und andererseits in der Lokalität so präsent, dass es den Veranstaltern geradezu unumgänglich erschien.

So entsteht ein szenischer Zirkel, der die Zuschauer durch alle drei Etagen des ehemaligen Stadtbades führt. Bademeisterinnen und Bademeister werden die Besucher, ähnlich wie bei einem musealen Rundgang, von Station zu Station leiten. Die Idee der „Performance-Bits“ ist schon beim ersten „Miniaturen“-Projekt hervorragend beim Publikum angekommen, erinnert sich Mona Creutzer vom Theater K. Durch die Darstellung auf engstem Raum entstehe eine Lebendigkeit, die die Zuschauer sehr zu schätzen wüssten.

Auch für die beteiligten Schauspieler bietet das Projekt den ungewohnten Raum, etwas selbst szenisch zu entwickeln und zu zeigen. Unter den 13 Ensemblemitgliedern sind neben Schauspielern und Sängern auch Multiinstrumentalist Ludger Singer, Pantomime Anton Schieffer und Tänzerin Simone el Mellouki Riffi. Die klassische Sopranistin Catharina Maquet wird mit Jazz-Sängerin Ulla Marks Teile von Kurt Schwitters‘ Ursonate zum Besten geben — eine eher ungewöhnliche Kombination, doch genau das ist es, was das Theater K hier realisieren will.

So wird es singende Schwimmmeister, Kurgäste, Aschenbrödel im Wasser und ein Orakel aus Aachens heißen Quellen zu sehen geben. „Die Künstler bekommen Gelegenheit, Bereiche zu bedienen, die sie sonst nicht präsentieren können“, so Creutzer. So ergebe sich auch für die Darsteller ein besonderer Reiz.

Das Stadtbad, von den 30ern bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts öffentliche Badeanstalt für Menschen ohne eigenes Bad, wurde im vergangenen Jahr von Eigentümer Asghar Adami umfassend renoviert. Viele ursprüngliche Elemente lassen sich auf den drei Etagen noch entdecken, und zahlreiche Winkel bieten die perfekte Kulisse für Szenen zu „Bad und Wasser“. Im ehemaligen Maschinenraum, von dem aus einst das Wasser für 14 Badewannen und 16 Duschkabinen geheizt wurde, ist eine rustikal-hippe Bar entstanden, die nach dem szenischen Rundgang Darsteller und Publikum zu Plausch und Trank einladen wird.

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