Aachen: Theater K widmet sich den Facetten der Marilyn Monroe

Aachen: Theater K widmet sich den Facetten der Marilyn Monroe

Sie war schön, exzessiv und obsessiv. Sie war das Sex-Symbol einer ganzen Generation. Aber vor allem war sie eins: eine Ikone. Die Rede ist von Marilyn Monroe. Das Theater K widmet sich in seiner neuesten Produktion „Marilyn — Ikone: Szenen, Geheimnisse und Showdown eines Mythos“ dem Menschen Marilyn Monroe und nicht der Kunstfigur.

In der Mulde des Ludwig Forums schlüpfen gleich drei Schauspielerinnen in die Rolle der Blondine. Mona Creutzer, Romi Maria Goehlich und Annette Schmidt erforschen facettenreich das vielschichtige Innenleben Monroes und werfen einen Blick hinter die Fassade der brutalen Hollywood-Maschinerie.

Lange passendes Stück gesucht

Regie führt Agma Formanns. „Wir haben lange nach einem passenden Stück gesucht, das auch einen musealen Bezug hat“, sagt Formanns. Für die Realisierung des Stücks bedienten sich die Akteure dem kollektiven Gedächtnis und hinterfragten typische und klischeehafte Bilder sowie Aussagen, die über und von Marilyn Monroe getätigt wurden.

„Monroe sagte über sich selbst, dass sie das Gefühl hatte, nicht vollkommen, nicht echt zu sein. Sie dachte von sich selbst, sie ist ein Kunstprodukt. Wir betrachten ihre Arbeitsweise, ihr Verhalten abseits von Männergeschichten und dem Rampenlicht“, so Creutzer. So wird manch ein Zuschauer völlig neue Dinge erfahren, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Marilyn Monroe zu ihrem Todeszeitpunkt am 5. August 1962 keine perfekt enthaarten Beine hatte und auch dass ihre blond gefärbte Mähne einen deutlichen Ansatz zeigte.

„Wir präsentieren Musikstücke und Texte von Menschen aus ihrem Umfeld. So gibt der damalige Bestatter der Ikone eben diese Details preis und man fragt sich, wie sie wirklich gestorben ist. Auch die Ehe mit dem Dramatiker Arthur Milller wird thematisiert“, berichtet Schauspielerin Annette Schmidt.

Dass mit Schmidt, Creutzer und Goehlich gleich drei Damen in die Rolle des Multitalents schlüpfen, erklärt Creutzer folgendermaßen: „Es geht in unserer Produktion nicht darum, eine Kopie von Monroe zeigen zu wollen, sondern darum, die Vielseitigkeit dieser Frau sichtbar zu machen.“

Das Bild von Monroe werde nach wie vor unter anderem im Bereich der Kunst reproduziert. „Unsere Auseinandersetzung ist keine biografische Wiedergabe, stattdessen bringen ausgewählte Texte für den ein oder anderen Besucher eine neue, bis dato unbekannte Seite der Schauspielerin und Sängerin hervor.“

Klischees hinterfragt

So ist „Marilyn Monroe — Ikone: Szenen, Geheimnisse und Showdown eines Mythos“ eine theatrale Obduktion des Hollywood-Stars, die verborgene Dinge sichtbar macht und gängige Klischees hinterfragt.