Aachen: Theater K: Pikantes über die Liebe

Aachen: Theater K: Pikantes über die Liebe

Was die Liebe ist, darüber ist wahrlich schon viel geschrieben und wahrscheinlich noch mehr gedacht worden. Aber was die Liebe nun wirklich ausmacht, scheint dabei auf der Strecke geblieben zu sein, finden Christian Cadenbach und Stephan Wurfbaum.

Umso spannender war es für die beiden Theaterproduzenten deshalb, dieser einen großen Frage des Lebens selbst nachzugehen. Was dabei herausgekommen ist, haben sie in eine „Collage aus Klängen und Bildern” gepackt, ihre aktuelle Produktion „Liebe - Praktisch geht fast alles”, die am 17. Januar im Theater K in der Bastei Premiere feiert.

„Ein Stück ist es nicht geworden, vielmehr ein bunter Abend”, erläutert Stephan Wurfbaum, „und zwar ein Abend mit Musik, mit Unsinn, mit viel Spaß und anspruchsvollen Texten. Und das alles aus der Perspektive zweier Herren.”

Vorstellen muss man sich das ungefähr so: Cadenbach und Wurfbaum sitzen, stehen und tanzen auf der kleinen Bühne, die neben einem Klavier, zwei grünen Polstersesseln und einer unkonventionell bestückten Tischbar die verschiedensten Dinge von der Dose Haarspray bis zur russischen Pelzmütze beherbergt.

„Und keines von diesen Dingen steht zufällig hier herum”, verrät Cadenbach. „Wenn sich zwei Männer mit dem Thema Liebe beschäftigen, kommt so ziemlich alles darin vor, Pikantes nicht ausgeschlossen.” Da werden Tucholsky und Thomas Mann zitiert, Tom Jones´ „Sexbomb” auf Russisch interpretiert und Jakob Wassermanns „Faustina - Ein Gespräch über die Liebe” so leidenschaftlich und literarisch ausgefeilt adaptiert, dass der Zuschauer den Eindruck erhält, dem „Literarischen Quartett” zuzusehen.

„Das ist ja gerade das Schöne”, sagt Cadenbach, „wir konnten eine so vielseitige Produktion auf die Beine stellen, wie die Liebe selbst auch ist.” Und deshalb behandeln er und Wurfbaum auch verschiedene Bereiche der Liebe: „Die erste Liebe, die käufliche Liebe, das Suchen der Liebe - das alles gehört dazu und hat einen Platz in unserem Stück gefunden.”

Wichtig war den Produzenten, die gleichzeitig auch das ganze Ensemble sind und Regie führten, dass die verschiedensten Blickwinkel einbezogen wurden: „Wir haben einen Fächer aufgespannt von Mann bis Arztroman, bei dem Tom Jones auf Thomas Mann folgt, also Kontraste automatisch entstehen.” Und die Zuschauer? „Die sollen mit einem Augenzwinkern in den männlichen Gedankenkochtopf schauen und den Männerkosmos danach besser verstehen”, wünscht sich Cadenbach.

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