Brand: Theater Brand: Wie viel Euro ist Leben wert?

Brand: Theater Brand: Wie viel Euro ist Leben wert?

Was passiert, wenn der Wert des menschlichen Lebens in Euro umgerechnet wird? Geht das überhaupt? Warum sollte man das tun? Was passiert, wenn der Wert festgelegt ist? Mit diesen Fragen setzt sich das Theaterstück „Zweineunundachzig“ auseinander. Das Stück feiert am Freitag, 13. März, am Theater Brand Premiere.

Regie führt Ulrike Herrwig. Die gebürtige Branderin steht kurz vor dem Abschluss ihres Theaterpädagogik-Studiums in Ottersberg bei Bremen. Das Stück am Theater Brand ist der praktische Teil ihrer Abschlussarbeit. Mit einem neunköpfigen Theaterensemble probt sie das Stück seit sechs Wochen, insgesamt arbeitete sie ein Jahr an dem Stück.

„Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, etwas zum Thema ,Wert des Lebens‘ zu machen“, erzählt sie über die Entstehung von „Zweineunundachzig“. Inspiriert zu ihrer Idee hat sie dabei auch das Buch „Was bin ich wert?“ von Jörn Klare.

Herrwig hat sich für ein Performance-Theater entschieden. Das Stück hat einen Handlungsstrang, die Schauspieler haben jedoch keine festen Texte, improvisieren die Dialoge bei jeder Aufführung neu. „Auch das Publikum wird in die Szenen mit eingebunden“, erzählt Herrwig. Eine Herausforderung wartet gleich zu Beginn, denn die Besucher werden gebeten, für sich selbst einen Preis festzulegen.

Für die 23-Jährige ist die Aufführung ihres Stückes am Theater Brand in zweifacher Hinsicht etwas Besonderes. Sie kehrt nicht nur in ihre alte Heimat zurück, sondern auch zu ihren künstlerischen Wurzeln, denn seit ihrem zwölften Lebensjahr steht sie selbst auf der Theaterbühne in Brand.

„Ich bin sehr aufgeregt“, sagt Herrwig mit Blick auf die Premiere. „Hier kennen mich alle; und ich kann den Leuten zeigen, wo ich stehe.“ Als Regisseurin beschreibt sie sich als „eher vorsichtig, ich bin eigentlich immer mittendrin im Geschehen, versuche, auf die Schauspieler einzugehen.“

Ursprünglich hatte Ulrike Herrwig auch selbst eine Rolle im Stück. „Ich war unsicher, ob die Umsetzung so klappte, wie ich mir das vorstellte, weil ich das Ensemble nicht kannte. Inzwischen habe ich die Rolle gestrichen, weil ich gemerkt habe, dass das Stück diese moderierende Rolle nicht mehr braucht.“

„Das ist sicher keine leichte Unterhaltung“, meint Theaterleiterin Wilma Gier, „aber ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, wenn sich die Zuschauer darauf einlassen.“ Auch die weiteren Stücke der Spielzeit 2015/16 versprechen hochklassigen Theatergenuss.

Am 18. April feiert das Familienstück „Die Hexenschule“ Premiere. „Dabei geht es in dem Stück weniger um Hexerei, sondern vielmehr um Freundschaft und Zusammenhalt. Vor allem die 14 Mitglieder der Kinder- und Jugendgruppe stehen bei diesem Stück im Mittelpunkt.

Am 12. Juni bringt das Theater Brand dann das Stück „Acht Frauen“, basierend auf dem gleichnamigen Film des französischen Regisseurs François Ozon auf die Bühne. „Wir arbeiten mit Olga Romanovskaya, Gründerin der Aachener Theaterschule, zusammen. Für uns ist diese intensive Form des Schauspielunterrichts eine Bereicherung“, sagt Gier.

Ein Schmankerl für die Brander ist das Stück „För d‘r Laach“, eine Sammlung von Mundartstücken, die Regisseur Walter Richter und Norbert Frank schon in den 1980er-Jahren verfasst hatten. Die Spielzeit wird dann mit dem Familienstück „Die Hexe Baba Jaga“ im Dezember und Januar 2016 schließen.