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Theater Brand begeistert mit der Premiere seines aktuellen Stücks

Die Schneekönigin : Eindrucksvolle Bühnengestaltung und wunderbare Schauspieler

Hätte es an diesem Tag Niederschlag gegeben, wäre er in Brand als Schnee vom Himmel gerieselt. Wer an Märchen glaubt, könnte das Theater Brand wegen der Kälte beschuldigen. Dort wütete nämlich „Die Schneekönigin“ in der Premiere des gleichnamigen Familienstücks. Mit eindrucksvoller Bühnengestaltung und wunderbaren Schauspielern – klein wie groß – begeisterte das Theater das Publikum.

In den Bergen werkelt ein fauler Troll an einem mächtigen Zauberspiegel, der alles darin abscheulich aussehen lässt. Als dieser zerbricht, fliegen seine unzähligen Splitter wie Schmetterlinge durch das nordische Land. Die Bruchstücke bergen eine große Gefahr: Bekommt eine Person einen Splitter ins Auge, sieht sie in allem nur noch Schlechtes. Der große Troll warnt: „Wenn jemand nicht mehr lacht, dann wird das Herz böse.“

Der kleine Troll-Junge sammelt alle herumschwirrenden Teile ein – mit einer Ausnahme. „Einen Splitter habe ich noch nicht“, sagt er. Und eben dieses Teil landet im Auge des Waisenkinds Kay, der sich ruckzuck von einem vorbildlichen Kavalier in einen Miesepeter verwandelt. „Die Fenster sehen aus wie eine Ziehharmonika, die Decken sind voller Schimmel und auf dem Boden wimmelt es vor lauter Ratten“, stänkert er. Kurz darauf manipuliert und entführt die heimtückische Schneekönigin den Jungen und schleppt ihn in ihr Schloss am Nordpol. Vor allem Gerda, Kays Verlobte, leidet darunter. Schafft sie es mit der Unterstützung der beiden Trolle, Kay aus dem Schloss zu befreien und den Splitter aus seinem Auge zu entfernen?

Das Theater Brand brillierte einmal mehr durch seine Fähigkeit, die winzige Bühne im Handumdrehen in einen anderen Ort zu verwandeln – egal ob von Gaststätte zu Troll-Bergen oder von Räuberwald zu Nordpol. Dabei verlieh nicht nur die Bühne, sondern das gesamte Theater am Freunder Heideweg eine winterliche Atmosphäre. Überall hingen nordische Gemälde des Bühnenbildners Otto Guba, von Eisbären bis hin zu schneebedeckten Landschaften.

Theaterleiterin Wilma Gier stellte nach der erfolgreichen Premiere jeden Darsteller einzeln vor. Großen Applaus gab es vor allem für Ina Dreissiger als Schneekönigin, dem Troll-Jungen Quintus Brinkmann sowie Selcuk Dikmen in der Rolle des nichtsnutzigen Trolls. Juliana Edelhofer durfte sich sogar über Extra-Applaus und -Lob freuen. Da die Rolle der Gerda kurzfristig neu besetzt werden musste, hatte sie nur 14 Tage Zeit, Text und Gesang zu lernen – und zwar für eine Hauptrolle. „Sie hat das wahnsinnig gut hinbekommen“, sagte Gier.