Aachen: Theater 99: Horror und Verbrechen unterm Eiffelturm

Aachen: Theater 99: Horror und Verbrechen unterm Eiffelturm

Wer schaurige Geschichten über blutige Verbrechen liebt und glaubt, die Geschichten vom Phantom der Oper oder Fantômas bereits zur Genüge zu kennen, den wird das Horrortheater „Das Kabinett des Dr. Tumblety“, das am Samstag, 26. April, im Theater 99 gastiert, gleich in mehrfacher Hinsicht überraschen.

Mit dem Stück „Paris! — Geschichten der französischen Schauerliteratur“ kratzt das fünfköpfige Ensemble des einzigen deutschen Horrortheaters aber keineswegs an der Oberfläche des Horrors, sondern erzählt mit großer Selbstironie die bis dato weitgehend unbekannten Hintergrundgeschichten bekannter Pro-tagonisten der französischen Schauerliteratur. „Unser Ziel ist es nicht, den Zuschauer mit viel Kunstblut zu schocken, ganz darauf verzichten werden wir jedoch nicht“, weckt Regisseur Gordon L. Schmitz die Neugier.

In drei Episoden werden da die spannendsten Momente im Leben (und Ableben) der verschiedenen Protagonisten auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung richte sich jedoch keinesfalls nur an ausgewiesene Horrorfilm-Fans, betont Schmitz: „Uns ist es wichtig, dass wir als neue und durchaus ernst zu nehmende Theater-Form gesehen werden“.

Auch wenn ausverkaufte Aufführungen sowie diverse Fernseh-Auftritte ohnehin schon für die Erfolgsgeschichte des Horrortheaters mit Wurzeln in Köln sprechen, freut sich Schmitz ganz besonders über das Engagement in der Kaiserstadt. „Wir haben bereits im Vorfeld viele positive Rückmeldungen von Aachenern erhalten, deshalb freuen wir uns umso mehr auf das Aachener Publikum“, sagt Schmitz.

Eines steht überdies bereits fest: Die drei Szenen — eine klassische Szene aus dem Grand-Guignol-Genre, vergleichbar dem deutschen Kasperle-Theater, ein Einblick in das Reich des Operngeistes und eine Ermittlung im Fall Fantômas — gehen unter die Haut und sind nichts für schwache Nerven. Kinder unter 16 Jahren sollte man also besser zu Hause lassen.

Freunde des gepflegten Schreckens hingegen können sich auf ein zweieinhalbstündiges Stück mit augenzwinkerndem Grusel-Faktor freuen und erleben damit einen womöglich einzigartigen Abend. „Bisher haben wir nur eine Aufführung in Aachen geplant, bevor wir uns als ‚Hamburger Horrortheater’ fest in der Hansestadt niederlassen“, so Schmitz. „Bei einer großen Nachfrage könnte es allerdings auch Zusatzaufführungen in Aachen geben“, stellt die Vorsitzende der Aachener Kultur- und Theaterinitiative Akut, Jutta Kröhnert, in Aussicht.

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