Aachen: Teure „Terrorpoller“ schon nach wenigen Wochen lahmgelegt

Aachen: Teure „Terrorpoller“ schon nach wenigen Wochen lahmgelegt

Kurz vor dem Jahrestag des entsetzlichen Terroranschlags auf Weihnachtsmarktbesucher am Berliner Breitscheidplatz sind in Aachen die neuen Pilomaten — im Volksmund „Terrorpoller“ genannt — ausgefallen. Spätestens seit vergangenem Freitag bereiten die Stahlpoller beim Aus- und Einfahren Probleme.

Zuweilen lasse sich nur einer der beiden Poller bewegen, bestätigte die Stadt Aachen am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Am vergangenen Wochenende wurden die beiden Stahlzylinder komplett stillgelegt, die ohnehin nur in höchster Not pünktlich zum Beginn des diesjährigen Weihnachtsmarktes an der Auffahrt von der Jakobstraße Richtung Markt installiert werden konnten.

Derzeit bewachen Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens die Zufahrt — jedenfalls zu besucherstarken Zeiten. Damit kein Fahrzeug unerlaubt Richtung Weihnachtsmarkt „durchbricht“, werden — wie im Vorjahr — Transporter quergestellt.

Als extrem „ärgerlich“ bezeichnete die Stadt die Situation am Montag. Das Unternehmen aus Erfurt, dass die „Terrorpoller“ Ende November in Aachen installiert hatte, wurde einbestellt. Die Techniker stellten vor Ort fest, dass ein Hydraulikproblem das reibungslose Herauf- und Herunterfahren der massiven Stahlzylinder behindert. Wenn Ersatzteile rechtzeitig geliefert werden, sollen die Poller womöglich schon am Dienstag wieder in Betrieb gehen. Man arbeite „mit Hochdruck“ an der Lösung des Problems, hieß es. Normalerweise sollen sich die Pilomaten via Fernbedienung (Rettungsfahrzeuge, Polizei etc.) und per Schlüssel an Ort und Stelle quasi per Handbetrieb ein- und ausfahren.

Die zwei Pilomaten sind allerdings nur der erste Schritt eines vierstufigen Sicherheitsplans, der von der Stadt erst im kommenden Jahr komplettiert werden kann. Denn weitere Pilomaten sollen den historischen Stadtkern — und damit auch Großveranstaltungen wie den Aachener Weihnachtsmarkt — vor Terrorangriffen schützen. Montieren will man die widerstandsfähigen Abwehrpfähle an der Ecke Büchel/Rethelstraße, an der Großkölnstraße und im Bereich Buchkremer-/Ursulinerstraße.

An der Hartmannstraße gibt es zwar bereits versenkbare Poller, die sind aber nicht extrem widerstandsfähig. Die neuen Pilomaten sollen angeblich Fahrzeuge mit einem Gewicht zwischen acht und 40 Tonnen aufhalten können — je nach Geschwindigkeit und Stärke des Aufpralls. 300.000 Euro veranschlagt die Stadt Aachen allein für das Pilomaten-Sicherheitssystem. Bestehende Lücken werden mit Betonblöcken und weiteren Fahrzeugen zugestellt.

Neben der Markteinfahrt stehen seit einigen Tagen zudem Weihnachtsbäume. Kleine Schutzengel im Christbaumschmuckformat, baumeln neben den funktionslosen „Terrorpollern“ im Wind — womöglich auch zum Gedenken an die Opfer des Breitscheidplatzes in der Hauptstadt.