Aachen: Tenor und „Mullefluppet” Willy Schell wird 70

Aachen: Tenor und „Mullefluppet” Willy Schell wird 70

Wer im Wonnemonat Mai das Licht der Welt erblickt, dem werden oft besondere Begabungen mit in die Wiege gelegt, die ihn als Zeitgenossen so sympathisch machen: die Fröhlichkeit des Herzens, künstlerische Ambitionen, Begeisterung für Schönheit und Bildung sowie die Lust, den Mitmenschen das Leben zu verschönern.

Mit all´ diesen Tugenden wurde Aachens beliebter Tenor Willy Schell ausgestattet, der heute sein 70. Lebensjahr vollendet.

28 Jahre am Stadttheater

Aufgewachsen in Bergheim an der Sieg war es die Musik, die ihn vor 32 Jahren nach Aachen führte, wo man ihn seit der Verleihung des Mullefluppetpreises im Jahr 1997 voller Zuneigung den „Pavarotti von der Wurm” nennt. Dazwischen lagen sein Studium an der Musikhochschule Köln sowie Engagements an Bühnen in Münster, Pforzheim und Gießen.

Am Stadttheater Aachen aber war der Jubilar dann bis 2005 über 28 Jahre hinweg engagiert. Insgesamt sang der lyrische Tenor während seiner Theaterlaufbahn 90 Partien in Opern, Operetten und Musicals bei mehr als 3000 Vorstellungen auf 35 Theaterbühnen. Sein Humor war dabei sprichwörtlich und bei den Theaterleuten etwas gefürchtet, da er seine Arien häufig in freier Textversion sang, und ihnen dann das Stichwort fehlte.

Ein richtiger Spaßvogel

„Herr Schell, bitte seriös,” flehte ihn so manches Mal Intendant Klaus Schulz noch einmal an, bevor sich der Vorhang öffnete. Dass ein solcher Spaßvogel der geeignete Kandidat für die honorige Runde der Krüzzbrür von Heilig Kreuz war, versteht sich. Seit Januar 2009 trägt Schell voller Stolz diesen Orden.

„Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen”, lautet entsprechend sein Lebensmotto. Seinem Publikum ist Willy Schell mit Konzertabenden weiterhin treu geblieben. Bereits im Herbst ist der Jubilar wieder zu hören.

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