Mobilitätswoche: Templergraben wird zur Fahrradstraße

Mobilitätswoche : Templergraben wird zur Fahrradstraße

Wer wissen wollte, was man so alles auf Straßen und Wegen machen kann, auf denen im Alltag der ganz normale Stadtverkehr fließt, konnte sich am Samstag beim Erlebnistag Mobilität auf dem Templergraben ein beeindruckendes Bild davon machen.

Im Rahmen der Europäischen Woche der Mobilität hatte der „Runde Tisch Radverkehr“ als Organisator vor dem Hauptgebäude der RWTH und dem Super C einen Bereich geschaffen, der vollgepackt war mit all den Neuerungen in Sachen Radmobilität — und noch weitaus mehr.

Das Fahrrad als Transporter: Der Umgang mit einem Lastenrad will allerdings erst einmal geübt sein. Foto: Andreas Steindl

Beeindruckend zu sehen, welche Möglichkeiten der Fortbewegung und des Transportes mittlerweile auf zwei oder vier Rädern angeboten werden. ADAC, ADFC, Aseag, AVV, Cambio-Carsharing, Clac-Fahrradkuriere, e.Go-Mobile, Madame Cargo, Nissan Deutschland, Streetscooter, Urban Move/Erlebniswelt Mobilität, Velocity und nicht zuletzt die Verkehrsplaner der Stadt Aachen demonstrierten im Schulterschluss, wo die verkehrspolitische Reise hingehen soll. Die Palette der Aussteller und Angebote war kunterbunt, das Interesse der Passanten von Beginn an groß.

Die Zukunft der Mobilität verspricht, interessant zu werden: Auf einem Parcours konnten interessierte Pedalritter ihre ersten Fahrversuche mit den teilweise futuristisch anmutenden Fahrzeugen riskieren, wobei der Nachwuchs sich da bereits entschieden geschickter anstellte. Aber die großen Lastenräder, mit denen auch schon einmal ein Wocheneinkauf für die ganze Familie absolviert werden kann, wollen auch erst einmal beherrscht werden. Dabei hilft dann in der Regel der Elektromotor, der bei allen Fahrzeugen zur Anwendung kommt und die diversen Steigungen im Aachener Stadtbild zu bewältigen hilft. Von A nach B mit möglichst wenig Aufwand und das mit größtmöglicher Sicherheit, so lautet das Credo für die Zukunft. Dabei spielt dann natürlich die verbesserungswürdige Infrastruktur der Verkehrswege eine existenzielle Rolle.

Wie es gehen kann, zeigte die Stadt mit dem Einrichten einer Fahrradstraße vor dem Super C, der Traum aller Radfahrer bleibt allerdings bis auf weiteres noch eine Illusion. Das Fahrradverleihunternehmen Velocity will diese Idee in der ganzen Region etablieren, 50 Verleihstationen werden bis zum Jahresende für eine akzeptable Erreichbarkeit sorgen. Das Angebot wird im nächsten Jahr verdoppelt, so dass dann in vielen Ecken der Kaiserstadt das Aufsteigen möglich sein wird.

In die gleiche Kerbe schlägt das längst etablierte Angebot von Cambio Carsharing, wo man bei Bedarf einen vierrädrigen Untersatz leihen kann. Wer aber gar nicht auf ein eigenes Auto verzichten möchte, ist beim regional produzierten e.Go genau richtig. Einerseits möchten die Verantwortlichen den Kleinbus e.Go Mover mit zehn Sitz- und fünf Stehplätzen in naher Zukunft etablieren, andererseits den e.Go Life als Kleinwagen für den Hausgebrauch attraktiv machen.

Anders denken

Aseag und AVV sind ebenfalls mit im Boot, wenn es um zukunftsfähige Mobilität geht. Manches wird in Zukunft anders gedacht werden müssen, als es über Jahrzehnte liebe Gewohnheit war, aber die ersten Schritte sind gemacht. So zeigte der Abschlusstag der Europäischen Woche der Mobilität vor allem eines: Die Möglichkeiten sind da, nun müssen schnell die notwendigen Rahmenbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer verbessert und aufeinander abgestimmt werden. Dann wird vielleicht demnächst der Traum vom „Aushängeschild Aachen“ in Sachen elektrischer Mobilität auch Realität.

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