Aachen: Taten an Jülicher und Trierer Straße: Brutale Morde beschäftigen Richter

Aachen : Taten an Jülicher und Trierer Straße: Brutale Morde beschäftigen Richter

Zwei brutale Taten werden in wenigen Tagen die Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts beschäftigen. In beiden Fällen wird den Angeklagten Mord vorgeworfen. Und in beiden Fällen kamen die Opfer durch Messerstiche ums Leben.

Tatort Jülicher Straße: Mehr als 100 Mal soll der 37 Jahre alte Mohammad M. zugestochen haben. Das zumindest wirft die Staatsanwaltschaft als Ergebnis der Ermittlungen dem Mann aus Kuwait vor. Das Opfer dieser brutalen Attacke war sein von ihm getrennt lebende 34 Jahre alte Ehefrau. M. lebte zu diesem Zeitpunkt in Wolfsburg. Doch am Tattag Anfang Dezember vergangenen Jahres soll er sich auf den Weg nach Aachen gemacht haben. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, soll er bereits bei sich gehabt haben.

Opfer verblutete

Laut Anklageschrift hatte der 37-Jährige offenbar Probleme mit der Trennung von seiner Frau. In Aachen angekommen, klingelte er an der Tür ihrer Wohnung. Die ebenfalls in der Wohnung lebenden Kinder ließen ihn den Ermittlungen zufolge ein, was die Frau dann noch verhindern wollte. Vergeblich. Der Mann soll den Kindern befohlen haben, zu ihrem Onkel zu gehen. Dann soll er die 34-Jährige umgehend mit dem Messer attackiert haben.

Die Frau versuchte wohl noch zu fliehen, was ihr jedoch nicht mehr gelang. Bei der Obduktion wurde die Vielzahl der Stichwunden festgestellt. Der Anklage zufolge verblutete das Opfer. Der mutmaßliche Täter wurde wenig später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn beginnt am Dienstag, 23. Mai, 9 Uhr, am Aachener Landgericht.

Es ging um die Ex-Freundin

Tatort Trierer Straße: Bei der Tat, die sich am 29. Januar gegen Mitternacht an der unteren Trierer Straße ereignete, geht es den Ermittlungen zufolge um Rache. Angeklagt sind zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 21 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft Khaled B. und Mohammad A. gemeinschaftlichen Mord vor. Die beiden Männer sollen einen zum Tatzeitpunkt 23 Jahre alten Landsmann umgebracht haben.

Den Ermittlungen zufolge soll das Opfer eine Beziehung mit der Ex-Freundin des 34-Jährigen gehabt haben, was dieser aber nicht zu akzeptieren gedachte. Am Morgen des Tattags soll der 23-Jährige zudem seinerseits Khaled B. mit einem Messer angegriffen und verletzt haben. Zudem soll er die Freundin des 19-Jährigen geschlagen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Tatverdächtigen dann den Plan schmiedeten, den Kontrahenten zu töten.

Tödlicher Stich ins Herz

Am Abend seien sie von der Elsassstraße aus zur Wohnung des Opfers aufgebrochen, wobei Khaled A. mit einem Messer bewaffnet gewesen sein soll. Zunächst machte allerdings niemand die Tür auf, woraufhin die Männer bei Nachbarn klingelten und so ins Haus gelangten. Als der 23-Jährige nach Hause kam, sei er sofort angegriffen worden. Unter anderem traf ihn ein gezielter Stich durch Khaled B. in die Brust, der das Herz verletzte. Der andere Angeklagte soll überdies auf das Opfer eingeprügelt haben. Der Mann starb an der schweren Stichverletzung noch vor Ort. Die beiden Angeklagten wurden wenig später in der Elsassstraße festgenommen.

Der Prozess gegen sie beginnt am Dienstag, 5. Juni, 9 Uhr, am Landgericht.