Aachen: Tarifvertrag: Zwei große Streiks und noch ein kleiner

Aachen: Tarifvertrag: Zwei große Streiks und noch ein kleiner

Klar, die aktuellen großen Streiks beherrschen die Schlagzeilen. Die Züge stehen, die kommunalen Kitas schließen voraussichtlich Ende der Woche notgedrungen ihre Pforten. Aber auch im Kleinen wird um Tarife und Verträge gerungen. Aktuell ist das bei der Firma Atos Worldline der Fall.

Der Branchenriese in Sachen „e-payment“ mit über 7000 Mitarbeitern, mehr als einer Milliarde Euro Umsatz und Dependancen in 17 Ländern hat auch eine Zweigstelle an der Pascalstraße in Oberforstbach. Laut IG Metall sind dort etwa 250 Menschen beschäftigt. Rund die Hälfte davon, so Aachens IG-Metall-Chef Achim Schins, legte am Mittwoch die Arbeit nieder. Vor den Werktoren in Oberforstbach verliehen die Mitglieder der Gewerkschaft ihren Forderungen Nachdruck. Eine Solidaritätsabordnung kam auch vom nicht weit entfernt residierenden Präzisionsteilehersteller Schumag.

Laut Achim Schins geht es bei dem Tarifkonflikt um Folgendes: Mit Atos Worldline gebe es keinen festen Tarifvertrag. Anders als mit dem französischen Mutterkonzern Atos, der über 75.000 Mitarbeiter hat. „Wir fordern, dass dieser Tarifvertrag — mit einigen Anpassungen — auch vom Tochterunternehmen übernommen wird“, unterstrich Achim Schins am Mittwoch. Doch das habe Worldline bisher kategorisch abgelehnt. Jetzt erhöht die IG Metall den Druck. Denn am 19. Mai wird die Tarifkommission am Hauptsitz von Worldline in Frankfurt zusammenkommen. Die Gewerkschaft will die Arbeitgeber dazu bewegen, Verhandlungen aufzunehmen. Sollte die starre Haltung des Unternehmens fortbestehen, wolle die IG Metall den Druck weiter erhöhen. Unter dem Strich gehe es um Lohn-Eingruppierung, Leistungsbewertungen und mehr — und unter dem Strich natürlich um mehr Geld für die Beschäftigten.

Das Unternehmen Atos Worldline, das heute offiziell eigentlich nur noch Worldline heißt und seit 2014 an der Euronext-Börse in Paris notiert, ist wurde 2004 als Zusammenschluss mehrere anderer Unternehmen gegründet. Für eine Stellungnahme zu den Gewerkschaftsforderungen war in der Frankfurter Pressestelle am Mittwochnachmittag niemand zu erreichen.