Aachen: Tanzverbot: Ordnungsamt auf Tour in Kneipen und Diskotheken

Aachen: Tanzverbot: Ordnungsamt auf Tour in Kneipen und Diskotheken

Dieser Streit wiederholt sich jedes Jahr - und der Ärger ist jedes Mal programmiert. Das war diesmal an Gründonnerstag und Karfreitag nicht anders. „Tanzverbot” lautet das Stichwort, das sich aus dem Gesetz ableitet.

Von Gründonnerstag, 18 Uhr, bis Karsamstag, 6 Uhr, sind laute Musik und das Tanzen in Kneipen und Diskotheken ebenso verboten wie zum Beispiel Sportveranstaltungen. Die Auslegung dieses Verbots wird allerdings landauf, landab höchst unterschiedlich gehandhabt.

Während mancherorts sogar Diskotheken ohne Einschränkung öffnen können, wird andernorts jegliche Tanzveranstaltung polizeilich geschlossen. In Aachen funktioniert es so: Kneipen und Discos dürfen prinzipiell öffnen, müssen aber die Lautstärkeregler herunterdrehen und müssen „Tanzwütige” von den Tanzflächen holen. Darauf habe man schon Anfang des Jahres schriftlich hingewiesen, sagte am Karfreitiag Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke auf AZ-Anfrage. „Uns ist jedoch zu Ohren gekommen, dass sich einige daran nicht halten wollten”, so Fröhlke.

Zum Teil skurrile Szenen

Also machte man mobil. In der Nacht zum Freitag zogen etliche Kräfte des Ordnungsamts durch Kneipen und Diskotheken und prüften, ob sich die Betreiber an die Vorgaben hielten. Dabei kam es laut Augenzeugen zu skurrilen Szenen. In mancher Disko mussten Mitarbeiter immer wieder Tänzerinnen und Tänzer von den Tanzflächen „geleiten”.

Insgesamt, so Fröhlke, hätten sich die Gastronomen an die Vorgaben gehalten. Nur in einem Fall habe man eine „intensive Verwarnung” aussprechen müssen. In diesem Fall wird derzeit noch geprüft, ob ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wird.

Nichtchristen kritisieren immer wieder die Verbote. Das geht soweit, dass argumentiert wird, im Zuge der Religionsfreiheit dürften Nichtchristen keine christlichen Vorgabe aufgezwungen werden. Detlev Fröhlke verteidigt jedoch die massive Kontrollaktion: „Einmal im Jahr muss es wohl möglich sein, die Musik leiser zu drehen und mal nicht zu tanzen.”