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Unheimliche Gestalten aus der Dunkelheit: Tanztheater präsentiert „Tales in the Dark“ in Eupen

Unheimliche Gestalten aus der Dunkelheit : Tanztheater präsentiert „Tales in the Dark“ in Eupen

„Tales in the Dark“ heißt die neue Tanztheater-Produktion, mit der die Aachener Ballettschule Freudensprung und das ostbelgische Figurentheater Fithe am Sonntag in Eupen Premiere feiern.

Ein rehartiges, zartes Wesen, ein Faun und eine markante Vogelfigur sind die drei Gestalten, die bei „Tales in the Dark“ (Geschichten in der Dunkelheit) das Tanztheater bereichern. Die aus Schaumstoff gefertigten Figuren verschmelzen mit den Tänzerinnen und erzählen eine Geschichte von kindlichen Ängsten und Monstern, die unter dem Bett lauern könnten.

In einer neuen Kooperation haben das ostbelgische Figurentheater Fithe und die Ballettschule Freudensprung aus Aachen diese Produktion auf die Bühne gebracht: Und nicht nur für die künstlerische Leiterin Olga Blank war das eine ganz besondere Herausforderung.

Olga Blank kennt zum einen das in Eupen ansässige Figurentheater Fithe als Mitarbeiterin sehr gut, zum anderen kommt sie aber vom zeitgenössischen Tanz. Dass sie nun beides auf der Bühne verbinden kann, hat sie den jungen Tänzerinnen zu verdanken. Denn sie seien es gewesen, die dieses Projekt von „jungen Leuten für junge Leute“ auf die Bühne bringen wollten. Und sie äußerten dabei offensichtlich den Wunsch, den Tanz mit Figuren zu bereichern. Der Aachener Figurenbauer Stephan Wunsch stellte sie aus Schaumstoff her, und die Tänzerinnen erwecken sie nun auf der Bühne zum Leben.

Als „Dido Dance Company“ werden zehn Tänzerinnen und ein Tänzer das Stück am kommenden Sonntag im „Alten Schlachthof“ in Eupen zum ersten Mal aufführen. Für die jungen Tänzerinnen ist das eine ganz besondere Herausforderung. Denn mit lebensgroßen Puppen haben sie so eigentlich noch nicht getanzt. Die junge Tänzerin Hannah Kröger macht gleich einmal vor, wie sie mit ihrer Figur verschmilzt, und der einzige Tänzer im Bunde, Lasse Thiel, tut es ihr nach. Die ganze Truppe freut sich auf die Premiere in Eupen und sieht auch dem renommierten Figurentheater-Wettbewerb in Bochum mit Spannung entgegen: Denn dort ist das Projekt für den Fritz-Wortelmann-Preis nominiert.

Die jungen Tänzerinnen (zwischen 16 und 22 Jahren) haben das Tanztheater mit den lebensgroßen Puppen selbst entwickelt. „Das war ein langer Prozess“, erzählt Olga Blank. „Wir sind mit der zeitgenössischen Methode vorgegangen und haben überlegt, welche Themen interessant sein könnten“, erzählt sie. Träume, Schlafen und die Nacht waren demnach die zentralen Begriffe, auf die sich alle einigen konnten. Und so tauchen in dem Stück in einer surrealen Welt skurrile Fantasien auf, und seltsame Kreaturen werden lebendig. „Es geht um Ängste, vor allem um die Ängste von Kindern in der Dunkelheit. „Was ist da unter dem Bett, was verbirgt sich dort im Schrank?“ Und ein Schrank ist dann auch das einzige Element auf der Bühne.

Die Premiere von „Tales in the Dark“ am kommenden Sonntag, 15. August, im Alten Schlachthof in Eupen ist bereits ausverkauft. Ob es weitere Vorstellungen in der Region geben kann, stehe in den Sternen, sagt Olga Blank. Es sei überhaupt ein Glück, dass die junge Company ihr Projekt zu einem gelungenen Abschluss bringen konnte. „Wir haben Ostern 2020 begonnen“, sagt Blank. Dann kam die Coronavirus-Pandemie und hat zunächst einmal alle Planungen über den Haufen geworfen. Allen Widrigkeiten zum Trotz stehen die Tänzerinnen und der Tänzer am kommenden Sonntag auf der Bühne. Und die 120 Karten für die Premiere waren in Windeseile verkauft.