Aachen: Tanzkurse, Theater, Musik und Graffiti für den Frieden

Aachen: Tanzkurse, Theater, Musik und Graffiti für den Frieden

Beim zweiten Internationalen Friedenscamp in Aachen werden sich verschiedene Jugendliche kennenlernen. Mit Hilfe von Workshops, Tanzkursen, Graffiti, Theater oder Musik sollen sie sich Gedanken über das Thema Frieden machen, sich über eigene Erfahrungen austauschen und konstruktive Ideen und Vorschläge entwickeln, wie man den Frieden wahren und vorantreiben kann.

Die Projektpartner des zweiten Internationalen Friedenscamps sind mehr als überzeugt von ihrem Projekt. Fünf Tage lang veranstaltet die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen zusammen mit der Gesamtschule Aachen Brand, dem Jugend- und Begegnungshaus Brander Feld (JuB), der Inside Jugendbegegnungsstätte in Eynatten und dem Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit das zweite Internationale Friedenscamp. Es findet vom 5. bis 12. Juli auf dem Gelände zwischen der Gesamtschule Aachen Brand und dem JuB an der Schagenstraße statt.

Etwa 60 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 23 Jahren nehmen an dem Projekt teil. Darunter Schüler der Gesamtschule Aachen Brand, in Aachen lebende Geflüchtete, sowie Teilnehmer aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Belgien. „Mit diesem Projekt wollen wir etwas zum Frieden beitragen. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen den Frieden mitgestalten. Besonders die Geflüchteten können neue Impulse geben, was Frieden und Freiheit für sie bedeutet“, erklärt Hans-Joachim Geupel, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen. „Die Welt ist voller Gewalt. Das war unsere Motivation für dieses Friedenscamp“, so Geupel.

In diesem Jahr wird die Begegnung dadurch intensiviert, dass alle Jugendlichen gemeinsam in Zelten übernachten und leben werden.

Besondere Begeisterung fand das Projekt bei den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Brand. „Mir ist es besonders wichtig, dass hier die Ideen für die Workshops von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet werden. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich vor allem auf die Abende mit den anderen Jugendlichen“, sagt die 18-jährige Schülerin Sara Schrüllkamp.

Auch Schüler Florian Roth liegt das Projekt ganz besonders am Herzen: „Das Ziel des Projektes ist es, am Ende fast 60 Jugendliche zu sehen, die sich intensiv mit dem Thema Frieden auseinandergesetzt haben und diesen zu schätzen wissen.“

Für ihr Engagement bekommt die Gesamtschule von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen die Urkunde zur Friedensschule verliehen. „Die Einstellung der Gesamtschule zu dem Thema Frieden und ihre Arbeit und Beteiligung an dem Projekt rechtfertigt diesen Titel sehr gut“, so Geupel.

Auch Projektleiter Tom Reissen und Franziska Bergrath schauen dem Ganzen mit großer Freude entgegen. „Die Kultur, die durch das Camp hier nach Brand kommt, wird ewig hier bleiben“, freut sich Reissen. So wird zum Beispiel die Skulptur, welche Künstler Sebastian Schmidt mit den Jugendlichen aus Beton formen wird, auf dem Grundstück der Gesamtschule einen schönen Platz finden. Die Wand neben dem Haupteingang wird für Graffiti zur Verfügung gestellt.

Das Team des Jugend- und Begegnungshauses Brander Feld ist stolz, ein Teil des Projektes zu sein. Heinz Jussen vom Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit verbindet mit diesem Projekt persönliche Erfahrungen. Er hat hautnah miterlebt, wie sich Friedenssehnsucht anfühlt und will nun alles daran geben, dass so wenig Menschen wie möglich diese Friedenssehnsucht erfahren müssen.

Durch das Friedenstheater „Bina Mira“ hat er bereits Kontakte zu den Jugendlichen aus Bosnien und Herzegowina und Serbien. „Wir müssen etwas tun. Die Jugendlichen sind posttraumatisch stark belastet. Es ist wichtig für sie zu sehen, dass hier etwas geschieht.“

Finanziert wird das Friedenscamp unter anderem von Hauptfinanzierer Erasmus+ und dem Aachener Friedenslauf. „Wir haben auch eine ganz besondere Spende von einem Jugendlichen erhalten, der sich statt Geburtstagsgeschenken Geld hat schenken lassen, welches er uns dann übergeben hat“, freut sich Geupel.

„Unsere Vision ist es, in Zukunft die Städtepartnerschaften mit einzubeziehen und so noch mehr Jugendlichen die Chance zu geben, sich auf einer anderen Ebene zu begegnen“, sagt Tom Reissen.

Am Mittwoch, 11. Juli, werden die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse in einer Abschlusspräsentation für die Öffentlichkeit vorgestellt.

(lgob)
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