Stadtsportbund hatte eingeladen: Tanzen im Regen als neue Sportart

Stadtsportbund hatte eingeladen : Tanzen im Regen als neue Sportart

„Ob groß oder klein – Sport nicht allein!“, sollte eigentlich das Motto des vierten Aktionstages im Ferberpark lauten. Wäre da nicht der Regen, der am Morgen unaufhörlich auf die Wiese einprasselte. „Wir haben den Spruch geändert“, erklärte Anabel Harting vom Stadtsportbund. Das neue Motto: „Wir tanzen im Regen!“ Und das passte.

Ob Cheerleading, Sportakrobatik oder Capoeira, ein brasilianischer Tanzkampfsport – überall im Burtscheider Ferberpark wurde gehüpft und getanzt, überall war Bewegung. „Hier können sich Sportvereine bestens präsentieren“, erklärte Harting. Zwölf Vereine boten in diesem Jahr kostenfreie Aktionen zum Mitmachen an. Neben dem Stadtsportbund gehörten auch der Burtscheider Turnverein (BTV) sowie der Fachbereich Sport der Stadt Aachen zum Organisationsteam.

Leicht gebeugt stand beispielsweise Robin vor einem etwa zehn Schritte entfernten Ring auf dem Boden, in der rechten Hand hielt er eine silberne Boulekugel. Das Ziel: Die Kugel so über eine Stange werfen, dass sie im Ring landete. Robin warf – zu hoch. Zweiter Versuch – zu tief. Und dann: Treffer. „Gar nicht so einfach“, resümierte der Schüler. „Schwieriger als es aussieht.“

Für die Voltigier-Abteilung des Reitvereins Aachen sowie den Rugbyclub Aachen war die diesjährige Teilnahme eine Premiere. Während Besucher beim Reitverein den Aufstieg auf ein Holzpferd üben konnten, bekamen sie beim Rugbyclub ein Ei – oder vielmehr einen Rugbyball – in die Hand gedrückt. „Wir versuchen, grundlegende Sachen beizubringen“, sagte Francesco Curth, Spieler in der zweiten Rugby-Bundesliga.

Fast schon traditionell sollte der Aktionstag im Ferberpark vor allem auch eins sein: inklusiv. Sich freiwillig in einen Rollstuhl setzen? Kann spaßig sein – vor allem mit Ball in der Hand. Denn nicht jeder, der im Rollstuhl sitzt, muss auf Sport verzichten. „Rolli-Handball“ nennt der Burtscheider Turnerbund die Sportart, bei der Männer und Frauen im Rollstuhl werfend auf Torejagd gehen. Der ursprünglich geplante Rollstuhl-Basketball musste aufgrund der Rutschgefahr ausfallen. Sina Eghbalpour vom Stadtsportbund hingegen sitzt unfreiwillig im Rollstuhl – und lobte das Konzept: „Heute und hier kann man sehen, dass Inklusion funktioniert.“ Im Ferberpark tanzte man im Regen – und zwar auch im Rollstuhl.

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