Tag des Weltladens in Aachen

Engagement für fairen Handel : Gerechte Entlohnung für Arbeitseinsatz

„Fair gehandelt heißt nicht gleich teuer und unerschwinglich“, meint Judith Silbernagel, Geschäftsführerin des Aachener Weltladens in der Jakobstraße. Zum bundesweiten Weltladentag luden sie und ihr Team die Besucher ein, sich in besonderem Maße über den Fairen Handel zu informieren. „Und das Konzept geht auf“, sind die Organisatoren überzeugt.

Der Weltladen Aachen besteht immerhin seit fast 40 Jahren und hat inzwischen seinen festen Platz in Aachens Geschäftswelt. „Wir haben sehr viele Stammkunden“, erzählt Silbernagel, die den Laden seit rund eineinhalb Jahren als Nachfolgerin von Fritz Bock leitet.

Und neben den typischen Kunden, die nach fair gehandelten Waren stöbern, kommen laut Silbernagel auch viele Studenten, die einen heißen Kaffee mitnehmen, und auch Touristen. „Neben den typischen Produkten wie Kaffee, Tee und Kakao bieten wir auch viele Produkte aus dem Kunsthandwerk“, erzählt sie weiter und weist dann auch auf ein kleines Sortiment an Schuhen: „Auch die verkaufen sich sehr gut“, fügt sie hinzu. Dass fair gehandelte Produkte zwangsläufig unmodern und wenig attraktiv seien, sei ein Klischee, fügt sie noch hinzu.

Damit Menschen- und Arbeitsrechte von deutschen Unternehmen auch im Ausland eingehalten werden, braucht es nach Meinung der Weltläden ein neues Gesetz. Dafür setzt sich auch der Aachener Weltladen ein und wirbt mit einer Postkarten-Aktion für dieses Anliegen. „Lass das liegen“, steht auf den Karten, die so die Neugier der Betrachter wecken sollen. Auf der Rückseite geht es dann um die Arbeitsbedingungen weltweit.

Die Leitung des Weltladens versteht Judith Silbernagel als Herausforderung. Sie ist überzeugt davon, dass es sich inzwischen am Sortiment bemerkbar macht, dass nun eine Frau für den Einkauf zuständig ist. Weltläden wollen zu mehr Gerechtigkeit im Handel mit den Ländern des Südens beitragen und die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Kleinbauern und Produzenten vor Ort verbessern.

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