Aachen: Tag des offenen Denkmals: Über „Macht und Pracht“ in Aachen

Aachen: Tag des offenen Denkmals: Über „Macht und Pracht“ in Aachen

Das Weltkulturerbe Dom — das fällt wahrscheinlich jedem Aachener zum Thema Denkmal ein. Doch beschränkt sich die Vielfalt der Aachener Denkmäler nicht allein darauf — gibt es doch rund 3700 geschützte Bau- und Bodendenkmäler sowie ganze Denkmalbereiche wie zum Beispiel Kornelimünster.

Die Denkmalpflege der Stadt kann in diesem Jahr daher mit einer dicken, zugleich im taschenfreundlichen Format aufgelegten Broschüre aufwarten, in der nicht weniger als 37 Orte und Aktionen für den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, vorgeschlagen werden.

Ganz besondere Einblicke: Am Tag des offenen Denkmals am 10. September unter dem Titel „Macht und Pracht“, dessen Programm Monika Krücken, Klaus Schavan, Werner Wingenfeld und Wilfried Sterck von der Stadt Aachen (kleines Bild) jetzt vorstellten, öffnet mit dem Neuen Kurhaus auch ein sehr augenfälliger Prachtbau seine Pforten. Das Gebäude an der Monheimsallee wird zurzeit aufwendig saniert. Foto: Andreas Herrmann

Fast immer passen sie zum bundesweiten Thema „Macht und Pracht“, das in Aachen „einfach umzusetzen ist“, wie Monika Krücken, Abteilungsleiterin der Denkmalpflege, erklärte. „Denken Sie nur an die Pfalzanlage, die mittelalterlichen Bewohnern und Besuchern der Stadt noch gigantischer vorgekommen sein muss, welche Pracht das Oktogon den internationalen Pilgern zur gleichen Zeit vermittelt hat“, erläuterte sie.

Prächtig: So sah der große Ballsaal des Neuen Kurhauses mit seiner auffälligen Kassettendecke früher aus.

Dazu komme die Barockzeit, als Aachen Bade- und Kongressstadt war, und die Gründerzeit des 19. und 20. Jahrhunderts, als herrschaftliche Villen im Frankenberger Viertel und im Rehm- und Stephansviertel entstanden. „Wir haben Denkmäler aus allen Epochen“, sagt Krücken.

Entsprechend bunt ist das Angebot beim Tag des offenen Denkmals: Die Grabeskirche St. Josef ist genauso dabei wie die denkmalgeschützten Gebäude der RWTH wie das Hauptgebäude oder das Reiff-Museum. Die Kapelle zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Schleckheim öffnet die Pforten ebenso wie ein ehemaliger Pferdestall der Relaisstation der kaiserlichen Post in Laurensberg. „Wir wollen die Geschichten hinter den Fassaden erzählen“, so Krücken.

Eine ganz besondere hat das Neue Kurhaus zu berichten, das aufwendig saniert wird. Lange Zeit Heimat des Spielcasinos ist es jetzt bereits seit zwei Jahren geschlossen. Einige Schätze erkennt dort jeder sofort: Im großen Saal wurden die Kassettendecke und die Fenster freigelegt, an den Wänden im Foyer sind Wandmalereien von Professor Carl Ederer aufgetaucht, die schwarzen Marmorsäulen warten noch auf ihre Befreiung von Putz und weißer Farbe.

„Den Begriff ‚Revitalisierung‘ haben wir bewusst gewählt, denn wir wollen dem Gebäude wieder Leben einhauchen. Es soll wieder gesellschaftlicher Mittelpunkt in der Stadt werden“, sagte Klaus Schavan, technischer Geschäftsführer des Gebäudemanagements.

Am Tag des offenen Denkmals kann sich jeder davon überzeugen, bevor der Prachtbau an der Monheimsallee für mindestens drei weitere Jahre allein für Bauarbeiter und Denkmalschützer zugänglich ist.

„Wenn alles fertig ist, soll hier nicht nur das Spielcasino wieder einziehen, sondern auch gehobene Gastronomie und ein Erlebnismuseum Heimat bekommen. Außerdem verhandeln wir gerade, ob wir hier nicht auch unseren Plan, die Aachener Clubszene zu stärken, umsetzen können“, gibt Schavan einen Ausblick auf die Zukunft des „Kurhaustempels“. Denn Denkmal bedeute dennoch Nutzung.

Im taschenfreundlichen Format wurde das Programm des Tags des offenen Denkmals in Aachen aufgelegt. Es ist an allen Verwaltungsgebäuden der Stadt Aachen sowie beim Tourist Service erhältlich.

Über aktuelle Änderungen des Programms informiert die Internetseite www.aachen.de/denkmalpflege. Das bundesweite Programm des Tags des offenen Denkmals ist unter www.tag-des-offenen-denkmals.de abzurufen.